Transportminister Claude Wiseler informierte am Dienstag über die bevorstehenden Renovierungs- und Sicherungsarbeiten des viel befahrenen Tunnels Howald auf der Trierer Autobahn A1. Schon jetzt ist klar, dass Störungen des Berufs- und Durchgangsverkehrs unausweichlich sind.

Thierry Klein

Das ist auch der Grund, warum es zur Baustelle Howald eigens eine Pressekonferenz gibt. Die Öffentlichkeit soll wissen, dass es Beeinträchtigungen auf der Verkehrsader A1 geben wird, die Auswirkungen auf die ganze Umgebung haben werden. Fakt ist aber auch: Niemand kommt drum herum. Der Tunnel muss saniert werden.

Immer wieder waren an dem 450 Meter langen Tunnel Risse im Stahlbeton und – was viel schlimmer ist – Zeichen von Korrosion entdeckt worden. Diese wurden im Rahmen der seit 2004 durchgeführten Audits der Luxemburger Tunnels festgestellt. Jetzt könnten die Arbeiten nicht mehr verschoben werden, stellte Wiseler unmissverständlich klar.

Hinzu kommt nämlich, dass der 1994 eröffnete Tunnel nicht mehr in vollem Maße den Normen für Sicherheit in Tunnelschächten entspricht. Deshalb wird nicht nur renoviert, sondern auch erneuert. Der größte Kostenpunkt des Projektes sind die sogenannten Kathoden. 17.000 solcher Elektroden sollen nach Abschluss der Arbeiten im Tunnel weitere Korrosion verhindern. Gearbeitet wird im Wechsel der Richtungen. Von Ende Juni bis Ende August wird der Tunnelschacht Richtung Trier gesperrt.

Erhebliche Beeinträchtigungen

Vom 6. September bis zum 19. November soll dann der Schacht in Richtung Luxemburg von den Arbeiten betroffen sein. Das stellt die Verantwortlichen vor eine schwierige Aufgabe.

„Werktags passieren etwas mehr als 70.000 Fahrzeuge den Tunnel. Man kann sich vorstellen, dass die Sperrung von Spuren in diesem Bereich zu Komplikationen führt“, erläutert Georges Simon von der Straßenbauverwaltung. Davor liegt das Kreuz Gasperich, wo sich zwei zentrale Verkehrsadern des täglichen Grenzgängerverkehrs begegnen: die A6 aus Belgien und die aus Frankreich kommende A3. Für sie führt der zentrale Zugang auf den Kirchberg durch den Tunnel.

Deshalb hat das Verkehrsministerium eine Broschüre aufgelegt, die die Mitarbeiter der Firmen auf dem Kirchberg, in Münsbach und am Findel sensibilisieren soll. Der Howalder Tunnel ist schon jetzt ein Nadelöhr. Die Baustelle wird das noch verschärfen.

„Wir müssen den zur Verfügung stehenden Platz zum Fahren optimal nutzen“, sagt Wiseler. „Wenn das Einfädeln reibungslos klappt, dann bleibt der Verkehr auch fließend“, befindet der Minister. Nur so können so viele Fahrzeuge wie möglich unter beengten Umständen den Tunnel passieren. Weiterhin regt die Behörde an, den öffentlichen Transport zu benutzen, das „Car-sharing“ zu erweitern oder auch das Verhalten beim Einfädeln zu optimieren.

Ein permanentes Informationssystem an drei Punkten im Umkreis (Bartringen, Berchem, Irrgarten) soll helfen, den Verkehr so flüssig wie möglich zu halten.

Auch Alternativstrecken (durch Luxemburg-Stadt oder über Rollingergrund) werden mit Schildern in deutscher (von Trier aus kommend) und in französischer Sprache (von Thionville kommend) ausgewiesen.

Der Autofahrer soll entscheiden können, ob er anhand der verfügbaren Daten durch den Tunnel fährt oder einen anderen Weg wählt.
Auch die Rettungsdienste und die Polizei sind während der Arbeitsphasen in spezieller Bereitschaft, um einem größeren Unfall im Tunnel vorzubeugen.