Sportdirektor Nerlinger entlassen
Darum wird Sammer neuer Bayern-Boss




BILD erklärt, was für den Europameister von 1996 spricht

Diese Nachricht hat die EM mit einem Schlag aus allen Köpfen gewischt: Der FC Bayern trennt sich von Sportdirektor Christian Nerlinger (39). Sein Nachfolger wird Matthias Sammer (44)!

Der Sammer-Hammer!

Nach der titellosen Vize-Saison (Zweiter in der Meisterschaft, Finale-Niederlagen im Pokal und in der Champions League) zogen die Bayern die Konsequenzen, lösten den Vertrag mit Nerlinger auf. Jetzt also Sammer (zuletzt DFB-Sportdirektor). Erst heute Morgen holte sich der deutsche Rekord-Meister die Freigabe vom DFB, macht den Neuen gleich zum Sport-Vorstand. Eine Position, die seinem Vorgänger verwehrt blieb...

Warum Sammer?

Seine Bilanz liest sich beeindruckend: Dreimal Deutscher Meister als Spieler (zweimal mit Dortmund, einmal mit dem VfB Stuttgart), Europameister 1996, Champions-League-Sieger 1997. Dazu mit Borussia Dortmund Deutscher Meister als jüngster Trainer aller Zeiten (der Dresdener war 2002 knapp 35 Jahre alt).

Sammer ist ein echter Leader, auf und neben dem Platz. Seine Markenzeichen: Ehrgeiz und absoluter Wille. Kein einfacher Typ. Einer mit Ecken und Kanten. Aber absolut erfolgsorientiert. Genau das, was die Bayern jetzt brauchen.

Mit Sammers Verpflichtung setzen die Bayern ein klares Zeichen, das aber auch spannende Fragen aufwirft. Wie funktioniert das Miteinander der beiden „Dickköpfe“ Uli Hoeneß und Sammer? Was bedeutet der neue Boss für Trainer Jupp Heynckes, kommt da schon sein potentieller Nachfolger?

Noch vor wenigen Wochen schloss Sammer einen Trainer-Job gegenüber BILD aus: „Ich sehe mich als Sportdirektor. Ich habe ein paar Jahre dafür gebraucht, um das beurteilen zu können. Aber heute, mit der ganzen Erfahrung, sage ich ganz klar: Der Job des Sportdirektors ist meine absolute Erfüllung.“

Sammer wird der neue starke Mann beim FC Bayern. Eine Kampfansage an die Liga.

Sammer wird bereits am Dienstag, wenn der FC Bayern in die Saison-Vorbereitung startet, seinen neuen Job antreten. Vom DFB, bei dem der frühere Profi seit 2006 als Sportdirektor tätig war und als treibende Kraft für das erfolgreiche Jugendprogramm des Verbandes gilt, hatte er zuvor die gewünschte Freigabe erhalten.