WM-Kampf im September
Klitschko boxt in Moskau




Noch ist er im Wahlkampf-Stress: Vitali Klitschko (40), der große Vorsitzende der ukrainischen Partie UDAR. Gestern schaute er sich das EM-Finale in Kiew an. Ab der übernächsten Woche verwandelt sich der Politiker aber wieder in den Faustkämpfer. Denn am 8. September steigt „Dr. Eisenfaust“ in Moskau in den Ring: „Mein 17. WM-Kampf. Das wird ein Mega-Event!“

Endlich stehen Ort und Kampftermin, RTL berichtet live. Vitali: „Ich habe in Moskau viele Fans, freue mich auf sie.“ In Reihe 1 wird der Kampfsport-Liebhaber Wladimir Putin, Russlands Präsident, erwartet.

Gegner in der gigantisch großen Olympiski-Halle (bis zu 35000 Plätze) ist der Deutsche Manuel Charr (27), der „Diamond Boy“ oder auch „Koloss aus Köln“.

WBC-Champ Vitali: „Der Junge ist ungeschlagen und keinesfalls zu unterschätzen.“

Charr ist in Beirut/Libanon geboren, lernte das Boxen bei Ulli Wegner. „Er hat mir alles beigebracht, er hat den Diamanten entdeckt“, sagt Charr. „Später hat mich Fritz Sdunek geschliffen.“ Der Klitschko-Trainer kennt Charr deshalb besonders gut: „Manuel hat ein großes Kämpfer-Herz.“

Respektvoll nennt Charr seinen Gegner „Herr Klitschko“. Charr: „Mesut Özil sagt ja auch Herr Beckenbauer und nicht Franz. Im Ring werde ich den Respekt dann allerdings ablegen und Herrn Klitschko zerfleischen. Er ist mein Idol, dennoch werde ich ihn zerbrechen.“

Klitschko kennt solche Sprüche zur Genüge: „Die werde ich im Ring beantworten. Charr ist ein junger, hungriger Fighter. Ich aber werde siegen.“ Was sicher einfacher wird, als einen Triumph im dann folgenden politischen Kampf für Demokratie und gegen Korruption zu erringen. Am 28. Oktober sind Wahlen in der Ukraine.

Ganz sicher wird der Charr-Fight auch nicht Klitschkos letzter werden. Denn: Siegt David Haye am 14. Juli in London gegen Box-Rüpel Dereck Chisora (live im Pay-per-View bei Sky), ist der 31jährige Brite immer noch der Wunschgegner von Dr. Eisenfaust...