Drogen- und Suchtbericht 2008
Fast 20 000 „Komasäufer“ im Krankenhaus

Die Komasauf-Welle reißt und reißt einfach nicht ab – im Gegenteil: sie scheint ganz Deutschland zu überrollen. Im vergangenen Jahr wurden rund 20 000 Zehn- bis 20-Jährige wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus eingeliefert – fast doppelt so viele wie noch im Jahr 2000.

Das geht aus dem Drogen- und Suchtbericht 2008 hervor, den die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing vorgestellt hat.
Demnach tranken 2005 die 12- bis 17-jährigen 34 Gramm reinen Alkohol pro Woche – 2007 hatte sich dieses Zahl auf 50 Gramm gesteigert! Und 26 Prozent der Jugendlichen hätten sich dem Bericht zufolge schon mindestens einmal absichtlich bis zur Besinnungslosigkeit betrunken („binge drinking“).


Sucht ist keineswegs ein Randproblem der Gesellschaft!

Ein Drittel der Erwachsenen raucht, 9,5 Millionen konsumieren riskante Mengen Alkohol, 1,3 Millionen sind alkoholabhängig und 1,4 Millionen medikamentenabhängig. Außerdem missbrauchen etwa 600 000 junge Leute Cannabis oder seien davon abhängig, 200 000 weitere nehmen Opiate, Kokain, Amphetamin oder Halluzinogene.

Die gestiegene Zahl der Süchtigen macht sich auch in der Todesfall-Statistik bemerkbar: 2007 starben 1394 Menschen an den Folgen ihrer Drogensucht – 7,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.