RoterTeufel
26-02-2012, 07:11
Großherzogin Marie-Adelheid
Junge, glücklose Monarchin
Vor hundert Jahren starb Wilhelm IV. und seine älteste Tochter folgte auf den Thron
http://www.wort.lu/wort/assets/2012/02/03/fittosize_245_0_8249fa8dc95de8fbb8098304bf34eb97_m arie_adelheid_schwestern.jpeg (http://www.wort.lu/wort/assets/2012/02/03/fittosize_640_0_165ee2e1587eeb2d3a3eb86df1b95b9c_m arie_adelheid_schwestern.jpeg)
Die Prinzessin mit ihren jüngeren Schwestern.
(if) Als Großherzog Wilhelm IV. am 25. Februar 1912 starb, erbte seine erst 18-jährige Tochter Marie-Adelheid den Thron. Sie blieb sechseinhalb Jahre Großherzogin von Luxemburg - eine Amtszeit geprägt von innen- und außenpolitischen Krisen.
Marie-Adelheid kam 1884 als erste der sechs Töchtern von Wilhelm IV. und Maria Anna von Bragança zur Welt. Dies war nicht einmal vier Jahre nachdem Luxemburg einen eigenen Monarchen - den damals 73-jährigen Großherzog Adolph - erhalten hatte. Marie-Adelheids Vater folgte 1905 auf den Thron und änderte das Thronfolgerecht zugunsten seiner Töchter und deren Nachkommen.
http://www.wort.lu/wort/assets/2012/02/03/fittosize_245_0_3cbde647574724216a0ac382544eff95_m arie_adelheid_kind2.jpeg (http://www.wort.lu/wort/assets/2012/02/03/fittosize_640_0_dc0a31917b93bcfbec03d805b8b4fb46_m arie_adelheid_kind2.jpeg)
Marie-Adelheid wurde früh auf die Rolle als Großherzogin vorbereitet und auf Wunsch der Mutter katholisch erzogen.
Regentin - nicht Repräsentationsfigur Anders als ihr Vater und Großvater war Marie-Adelheid bestrebt, nicht nur Repräsentationsfigur zu sein, sondern aktiv Regierungsgewalt auszuüben.
Mit einigen ihrer Entscheidungen löste sie schwere innenpolitische Zerwürfnisse aus: Sie unterschrieb ein umstrittenes Schulgesetz erst nach langer Überlegung, verweigerte die Ernennung von links-stehenden Personen in Staatsämter und als nach dem Tod des langjährigen Staatsministers Paul Eyschen eine Regierungskrise ausbrach, löste sie die Abgeordnetenkammer auf. Auch außenpolitisch verschärfte sich die Lage: 1914 marschierten die Deutschen in Luxemburg ein - die Regierung und die Großherzogin protestierten zwar, hielten aber an der Neutralitätspolitik der Vorkriegszeit bei.
http://www.wort.lu/wort/assets/2012/02/03/fittosize_245_0_18a1db3b1bfce120ec5f91587965e635_p ostkartemarie-adelheid.jpeg
Die Monarchin galt als scheu und melancholisch.
Thronverzicht und Auswanderung nach Italien Nach dem Abzug der deutschen Truppen 1918 kam es zu revolutionären Unruhen, einem missglückten Putsch und dem Versuch die Republik auszurufen - der schwer kritisierten Marie-Adelheid blieb keine andere Wahl, als der Thronverzicht zugunsten ihrer 23-jährigen Schwester Charlotte. Diese war nicht auf das Amt der Großherzogin vorbereitet worden, überzeugte die Luxemburger aber mit ihrer spontanen und natürlichen Art und die Bevölkerung entschied sich im Referendum 1919 für die Beibehaltung der Monarchie.
Marie-Adelheid verließ Luxemburg, trat in einen katholischen Orden in Italien ein und pflegte Alte und Kranke in Rom. Schließlich zog sie, schwer erkrankt, zu ihrer Mutter auf das Schloss Hohenburg, wo sie im Alter von nur 29 Jahren starb. Ihr Leichnam liegt heute in der Krypta der Kathedrale in Luxemburg.
Junge, glücklose Monarchin
Vor hundert Jahren starb Wilhelm IV. und seine älteste Tochter folgte auf den Thron
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Die Prinzessin mit ihren jüngeren Schwestern.
(if) Als Großherzog Wilhelm IV. am 25. Februar 1912 starb, erbte seine erst 18-jährige Tochter Marie-Adelheid den Thron. Sie blieb sechseinhalb Jahre Großherzogin von Luxemburg - eine Amtszeit geprägt von innen- und außenpolitischen Krisen.
Marie-Adelheid kam 1884 als erste der sechs Töchtern von Wilhelm IV. und Maria Anna von Bragança zur Welt. Dies war nicht einmal vier Jahre nachdem Luxemburg einen eigenen Monarchen - den damals 73-jährigen Großherzog Adolph - erhalten hatte. Marie-Adelheids Vater folgte 1905 auf den Thron und änderte das Thronfolgerecht zugunsten seiner Töchter und deren Nachkommen.
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Marie-Adelheid wurde früh auf die Rolle als Großherzogin vorbereitet und auf Wunsch der Mutter katholisch erzogen.
Regentin - nicht Repräsentationsfigur Anders als ihr Vater und Großvater war Marie-Adelheid bestrebt, nicht nur Repräsentationsfigur zu sein, sondern aktiv Regierungsgewalt auszuüben.
Mit einigen ihrer Entscheidungen löste sie schwere innenpolitische Zerwürfnisse aus: Sie unterschrieb ein umstrittenes Schulgesetz erst nach langer Überlegung, verweigerte die Ernennung von links-stehenden Personen in Staatsämter und als nach dem Tod des langjährigen Staatsministers Paul Eyschen eine Regierungskrise ausbrach, löste sie die Abgeordnetenkammer auf. Auch außenpolitisch verschärfte sich die Lage: 1914 marschierten die Deutschen in Luxemburg ein - die Regierung und die Großherzogin protestierten zwar, hielten aber an der Neutralitätspolitik der Vorkriegszeit bei.
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Die Monarchin galt als scheu und melancholisch.
Thronverzicht und Auswanderung nach Italien Nach dem Abzug der deutschen Truppen 1918 kam es zu revolutionären Unruhen, einem missglückten Putsch und dem Versuch die Republik auszurufen - der schwer kritisierten Marie-Adelheid blieb keine andere Wahl, als der Thronverzicht zugunsten ihrer 23-jährigen Schwester Charlotte. Diese war nicht auf das Amt der Großherzogin vorbereitet worden, überzeugte die Luxemburger aber mit ihrer spontanen und natürlichen Art und die Bevölkerung entschied sich im Referendum 1919 für die Beibehaltung der Monarchie.
Marie-Adelheid verließ Luxemburg, trat in einen katholischen Orden in Italien ein und pflegte Alte und Kranke in Rom. Schließlich zog sie, schwer erkrankt, zu ihrer Mutter auf das Schloss Hohenburg, wo sie im Alter von nur 29 Jahren starb. Ihr Leichnam liegt heute in der Krypta der Kathedrale in Luxemburg.