Mutterkonzern Arcandor prüft Staatshilfen Karstadt bald pleite?

Karstadt-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs. Steht die Kaufhauskette kurz vor der Pleite?

Die Lage im Karstadt-Mutterkonzern Arcandor ist dramatisch. „Ohne Unterstützung der Finanzwelt, der Banken, wird dieses Unternehmen nicht bestehen können“, sagte Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick. Dramatische Worte! Das Zitat stammt aus dem Mitarbeitermagazin des Handels- und Touristik-Konzerns.

Letzter Ausweg: Staatliche Hilfe?

Zumindest prüft der Konzern wohl diese Möglichkeit, berichtet die Zeitung „Financial Times Deutschland“ (FTD). Staatshilfen im dreistelligen Millionenbereich könnten Arcandor demnach aus einem prekären finanziellen Engpass helfen.

Das Problem: Mitte Juni muss der Konzern 650 Millionen Euro Kredit zurückzahlen. Für eine Kreditverlängerung stellen die drei Geldgeber – die angeschlagenen Banken Royal Bank of Scotland, Dresdner Bank und die Bayern LB – eine schwer zu erfüllende Bedingung: ein tragfähiges Sanierungsprogramm für die defizitäre Warenhauskette Karstadt und den Versandhandel Quelle.

Ein Arcandor-Sprecher bestätigte gegenüber der „FTD“, dass sich Konzernchef Eick bei der Bundesregierung derzeit „ganz generell“ über die Möglichkeiten zur Unterstützung mit Förderprogrammen informiere. Ein formaler Antrag sei aber noch nicht gestellt werden.

Doch findet Arcandor keinen Geldgeber, wird es vor allem für die Karstadt-Kaufhäuser eng! Als wichtigster Fördertopf kommt der bisher kaum in Anspruch genommene hundert Milliarden Euro schwere Deutschlandfonds in Frage, den die Große Koalition mit dem zweiten Konjunkturpaket aufgelegt hatte.