Piraten-Krieg vor Somalia „Die Mutterschiffe müssen unschädlich gemacht werden"
Ruf nach Militärschlägen wird immer lauter

Frankreich macht vor, wie man mit Seeräubern umspringen kann: Nach einem Attacke der Piraten verfolgte die Fregatte „Nivose“ (Foto oben) die kleinen Boote der Angreifer – und brachte schließlich das Mutterschiff unter Kontrolle! Elf Somalier wurden festgenommen.

Der FDP-Verteidigungsexperte Rainer Stinner ist begeistert. Er sagte BILD.de: „Was die Franzosen gemacht haben, ist genau richtig. Das erwarte ich auch von der deutschen Marine!“
Stinner weiter: „Den Piraten so lange Lösegeld zu zahlen, bis sie sich U-Boote und Torpedos davon kaufen können, kann nicht die Lösung sein!“
Bei der Jagd auf die schwimmenden Basen der Seeräuber könne auch militärische Gewalt eingesetzt werden, so Stinner: „Die Mutterschiffe müssen unschädlich gemacht werden – beispielsweise durch einen Schuss in die Ruderanlage! Der Bundesregierung fehlt dazu nur der Wille.“ Eine Mandatsänderung sei dafür nicht nötig – die rechtlichen Voraussetzungen seien vorhanden.

Der CDU-Militärpolitiker Ernst-Reinhard Beck will nicht nur gegen die Mutterschiffe der Piraten vorgehen. Beck zu BILD.de: „Um die Piraterie wirklich auszutrocknen, muss man auch offensiv gegen die Häfen und Basen an Land vorgehen!“

Ein Angriff an Land, auch mit Kräften der Bundeswehr. Beck: „Ich bin gegen einen deutschen Alleingang. Aber im Rahmen einer Gesamtstrategie habe ich auch nichts gegen eine deutsche Beteiligung.“ Dazu müssten die deutschen Streitkräfte allerdings anders aufgestellt werden.

Für einen langfristigen Erfolg ist allerdings noch mehr nötig, so Beck: „Wir dürfen nicht immer nur reagieren, sondern müssen die strategische Initiative zurückgewinnen. Und wir müssen helfen, in Somalia langfristig wieder Strukturen aufzubauen.“