Schlag gegen baskische Untergrundorganisation Eta-Militärchef Martitegi in Südfrankreich gefasst

Schlag gegen die baskische Untergrundorganisation Eta: Spanische und französische Polizisten fassten nahe der südfranzösischen Stadt Perpignan den mutmaßlichen Eta-Militärchef Jurdan Martitegi (28) und zwei Komplizen.

Die Fahnder kamen den bewaffneten Männern im Dorf Montauriol auf die Spur. Nach Angaben des Bürgermeisters Patrick Mauran wurden die mutmaßlichen Eta-Terroristen in der Nähe der Dorfkirche festgenommen, die offenbar als Ort für ein Treffen gedacht war. Außerdem wurde ein Fahrzeug mit gefälschten Kennzeichen und Material zum Bombenbau beschlagnahmt.

Dem spanischen Innenministerium zufolge leitete Martitegi „die Militärmaschine der Eta“. Er gilt als Nachfolger von Aitzol Iriondo, der im Dezember ebenfalls in Frankreich verhaftet worden war. Nach Informationen der baskischen Nachrichtenagentur Vasco Press war Martitegi zuvor Anführer des im Juli zerschlagenen Eta-Kommandos „Viscaya“.

Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero nannte die Festnahme Martitegis eine „exzellente Nachricht“, dankte den Sicherheitskräften für „die konstante und intensive Arbeit“.

Zapatero: „Die Terroristen müssen wissen, dass ihr Weg direkt ins Gefängnis führt.“

Im Zusammenhang mit der Festnahme Martitegis ließ die spanische Justiz sechs mutmaßliche Untergrundkämpfer in den baskischen Städten Bilbao, Vitoria und Rentería verhaften. Der Einsatz wurde den Angaben zufolge vom spanischen Anti-Terror-Richter Baltasar Garzón koordiniert.

Die von der Europäischen Union und den USA als Terrororganisation eingestufte ETA kämpft seit vier Jahrzehnten gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes im Norden von Spanien sowie im Süden Frankreichs. Dabei starben mehr als 820 Menschen.