Mercedes GP verzichtet auf eine Berufung gegen Michael Schumachers Bestrafung beim Großen Preis von Monaco. Damit bleibt es bei der Zurückstufung des Rekord-Weltmeisters beim prestigeträchtigsten Formel-1-Rennen vom sechsten auf den zwölften Platz.

Das britisch-schwäbische Team erläuterte in einer längeren Stellungnahme, dass es Schumacher im Glauben, regelgerecht zu handeln, «freie Fahrt» signalisiert habe. Schumacher hatte nach einer Safety-Car-Phase kurz vor dem Ziel Fernando Alonso im Ferrari überholt. Die Rennkommissare ahndeten den Verstoß gegen Sportregel 40.13 nachträglich mit einer Zeitstrafe von 20 Sekunden.

«Im Sinne des Sports erachten wir diese Entscheidung für richtig - Ergebnisse lange nachzuverhandeln ist in diesem Fall nicht zielführend», begründete Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug gegenüber der Nachrichtenagentur dpa den Verzicht auf einen Einspruch. «Wir waren der Ansicht - wie viele externe Beobachter übrigens auch - dass «Strecke frei» und «Grün» das Kommando zum Angriff auf der Strecke ist.» Das Thema sei nun aber abgeschlossen. «Als Nächstes zählt das nächste und nicht das letzte Rennen.»

Mercedes GP teilte mit, dass es sich sehr wohl des Artikels 40.13 der «Sporting Regulations» des Internationalen Automobilverbandes FIA bewusst gewesen sei. Danach darf nicht mehr überholt werden, wenn das Safety Car in der letzten Runde in die Boxengasse fährt. Die Silberpfeil-Strategen waren in jener Schlussrunde der Meinung, das Rennen sei nach dem Neustart wieder freigegeben, nachdem sie wie alle anderen Teamverantwortlichen die Nachrichten «Safety Car in dieser Runde » und «freie Strecke» erhalten hatten sowie grüne Flaggen geschwenkt worden waren.

In der Pressemitteilung des Teams hieß es: «Wir können mit der Entscheidung nicht glücklich sein, aber wir freuen uns, dass die FIA die Gründe für unsere Interpretation anerkannt hat.» Der Dachverband habe zugestimmt, Artikel 40.13 auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Sport-Arbeitsgruppe zu nehmen. Dabei solle es auch um nachträglich verhängte Strafen gehen.

«Wir glauben, dass die 20 Sekunden Strafe gegen Michael angesichts der Umstände unverhältnismäßig sind», kritisierte Mercedes GP die Entscheidung der drei Rennkommissare von Monte Carlo, die von Schumachers früherem WM-Rivalen Damon Hill beraten worden waren.

Möglicherweise verzichtete Mercedes GP auf einen Einspruch, um eine noch härtere Bestrafung zu vermeiden. In der Vergangenheit hatten die FIA-Berufungsgerichte häufig ein noch schärferes Urteil verhängt.