Nach CDU-Debakel in NRW Jürgen Rüttgers gibt auf!

Die politische Ära von Jürgen Rüttgers (CDU) in NRW geht zu Ende: Zwei Tage vor seinem 59. Geburtstag zog er am Donnerstag Abend die persönliche Konsequenz aus dem verpatzten Landtagswahlkampf, der die CDU jetzt nach nur fünf Jahren an der Regierung wieder zurück in die Opposition befördert.


Auf einer Konferenz von Kreisvorsitzenden in Essen kündigte Rüttgers an, auf dem nächsten Landesparteitag im März 2011 nicht mehr für das Amt des NRW-CDU-Chefs antreten zu wollen: „Mir geht es nicht mehr um irgendein Amt.“

Das Zusammentreffen der CDU-Granden aus ganz NRW sollte eine erste Aussprache über Fehler und Pannen im gescheiterten Wahlkampf der NRW-CDU (-10,3%) einleiten. Die Basis wollte nicht zulassen, dass Versäumnisse und Fehleinschätzungen mit einem „Weiter so“ einfach unter den Teppich gekehrt werden.

Jürgen Rüttgers sah das offensichtlich genauso. Laut Teilnehmerkreisen suchte er in seiner Rede Fehler auch bei sich selber. Rüttgers: „Wir waren lange zu siegessicher. Ich persönlich auch.“

Die größte Gefahr für die CDU sehe er in „mangelnder Geschlossenheit“, so Rüttgers. Sein dramatischer Appell an die sichtlich ergriffene und bewegte eigene Mannschaft: „Es treibt mich persönlich um, dass wir uns nicht auseinanderbringen lassen.“ Er habe sich gefragt, was er in dieser schweren Lage für die Zukunft der NRW-CDU tun könne. Sein Fazit: „Mir geht es darum, den Übergang zu moderieren. Ich will erreichen, dass wir den Vorgang geschlossen hinkriegen.“

Rüttgers nächste Aufgabe könnte sein, den drohenden Wettkampf um den Fraktionsvorsitz zwischen Karl-Josef Laumann (52) und Armin Laschet (49) geräuschlos zu moderieren. Ein möglicher Nachfolger als Parteichef hat sich (erst einmal) auf den Posten des CDU-Generalsekretärs zurückgezogen: Rüttgers rechte Hand Andreas Krautscheid (49).