Milliarden-Zockerei bei der UBS! Polizei nimmt 31-Jährigen Banker fest!
Untersuchungen laufen +++ Kunden offenbar nicht betroffen +++ Schaden könnte noch größer sein

Da bahnt sich ein handfester Skandal an...

Ein einzelner Händler der größten Schweizer Bank UBS hat offenbar auf eigene Faust seinen Arbeitgeber um schätzungsweise zwei Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) gebracht. Die Polizei will den mutmaßlichen Täter (31) nun in London geschnappt haben.

Ein „Händler mit beträchtlicher krimineller Energie“, wie die UBS meldet.

Die UBS wurde am Mittwoch auf den Betrug aufmerksam, wie aus einem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Brief der Konzernleitung an die Mitarbeiter hervorgeht.

Fraglich ist zudem noch, ob sich der Verlust auf zwei Milliarden beschränkt. Bislang ist das lediglich eine Schätzung der Bank.

Folge der Zockerei: Nach UBS-Angaben ist es möglich, dass der Konzern das dritte Quartal mit einem Verlust abschließen wird. Gewinnwarnung!

Kunden seien nicht betroffen.

Die Untersuchung der Vorfälle dauere noch an.

Der Aktienkurs des Geldinstituts fiel nach Bekanntgabe der Entdeckung am Morgen zunächst um mehr als neun Prozent. Am Vormittag erholte sich der Kurs deutlich und lag mit einem Minus von gut fünf Prozent bei 10,35 Franken.

Das Institut steht bereits unter Druck: Nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal, vor allem dem schwachen Investmentbanking geschuldet, sollen etwa 3500 Stellen gestrichen werden – jede 20. Stelle im Konzern.

Doch die Zockerei ist nicht nur ein finanzieller Verlust.

Analysten sehen eine tiefe Vertrauenskrise auf das Schweizer Geldhaus zukommen.

„Es ist verblüffend, dass so etwas immer noch möglich ist", sagte Claude Zehnder, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, der Nachrichtenagentur Reuters.

„Die Bank hat ganz offensichtlich ein Problem mit ihrem Risikomanagement. Auch wenn der Betrag nicht so hoch ist, bedeutet es doch einen gewaltigen Vertrauensverlust für die Bank und wirft ein schlechtes Bild auf sie. Damit haben sie viel Vertrauen verspielt, was sie gerade erst wieder aufgebaut hatten."

Ex-Bundesbank-Chef Axel Weber wird ab 2013 die Verwaltungsspitze der UBS übernehmen. Vor ihm liegen offenbar schwere Aufgaben.

ERINNERUNGEN WERDEN WACH

Der Fall erinnert an den des Skandal-Bankers Jerome Kerviel.

Kerviel hatte bei der französischen Großbank Société Générale auf die Entwicklung von Aktienindizes wie den deutschen Dax spekuliert und den für seine Position zulässigen Rahmen weit überschritten.

Nach Milliardengewinnen im Jahr 2007 hatte er kein glückliches Händchen mehr und verlor.

Mit immer höheren Einsätzen versuchte er, die Verluste wettzumachen. Als die Affäre aufflog, schloss die Bank alle offenen Positionen Kerviels und verbuchte insgesamt einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro.