U-Bahn-Treter Torben P. Muss er nur 11 Monate zum Schlafen in den Knast?

Berlin – 2 Jahre und 10 Monate Gefängnis wegen versuchtem Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung – so lautet das Strafmaß für Torben P. (18). Doch für seinen brutalen Angriff gegen ein wehrloses Opfer muss der U-Bahn-Treter womöglich nur 11 Monate im Knast übernachten.

Wie ist das möglich? Immerhin wurde dem Verurteilten „bedingter Tötungsvorsatz“ unterstellt. Und nur mit viel Glück habe der Handwerker die Attacke überhaupt überlebt, heißt es in der Urteilsbegründung, für die sich Richter Uwe Nötzel 92 Minuten Zeit nimmt.

Nötzel weist darin ausdrücklich darauf hin, dass die Strafe nicht das Ende aller Dinge sei. Ab einem Drittel Verbüßung sei eine Aussetzung zur Bewährung drin – also nach ca. 11 Monaten.

Sogar eine Verbüßung im offenen Vollzug sei möglich! Bedeutet: Torben P. muss nur zum Schlafen in den Knast...

Wenn er überhaupt ins Gefängnis muss. Denn Torben P. bekam Haftverschonung, bis das Urteil rechtskräftig wird. Und die Verteidigung hat bereits Revision angekündigt.

Möglicher Termin für einen neuen Prozess: frühestens Ende des Jahres. Bis dahin bleibt Torben P. ein freier Mann. Mindestens.

Auch weil das Opfer keine bleibenden Schäden davongetragen hat, kommt Torben P. womöglich um eine härtere Bestrafung herum.

Der Richter lässt Milde walten. Weil der U-Bahn-Treter vor seiner Attacke „ein ganz normales Leben" führte. Weil es keine Hinweise darauf gäbe, dass „man wiederholt mit Bösem rechnen muss“.

Unvergessen bleiben die schrecklichen Szenen vom Karsamstag. Die erbarmungslosen Tritte gegen den Kopf des hilflos am Boden liegenden Markus P. (damals 29).

Das Opfer: „Ich bin froh, dass der Täter eine Haftstrafe bekommen hat. Allerdings hätte ich mir eine höhere Strafe gewünscht.“