Kadir Nurman Döner-Erfinder mag Döner nicht mehr


In seinem ersten Leben kam Kadir Nurman (78) als türkischer Gastarbeiter nach Deutschland, schaffte bei Daimler in Stuttgart. In seinem zweiten Leben wurde er berühmt.

1972 verkaufte Nurman in seinem Imbiss beim Bahnhof Zoo in Berlin den ersten Döner Deutschlands; für 1,50 Mark, im Brötchen.

Gestern wurde Kadir Nurman auf der Dönermesse DÖGA für sein Lebenswerk geehrt. Ein Grund zur Freude, aber auch zum Nachdenken über eine vertane Chance.

Nurman, der von 395 Euro Rente lebt, bedauert, dass er sich seine Erfindung des „sich drehen­den Grillfleischs“, nicht patentieren ließ. „Dann wäre ich jetzt Millionär.“ Mit Nurmans Idee verdienen heute 16 000 Händler ihren Lebensunterhalt, drei Millionen Döner werden jeden Tag verkauft.

Kadir Nurman dreht sich ein bisschen der Magen um, wenn er an die heutigen Döner denkt: „Zu viele Zutaten. Wenn das Fleisch gut ist, braucht man keine Tomaten oder Gewürze.“