Hundegestützte Pädagogik in der Grundschule in Contern
Lernen mit Schulhund River


Positive Erfahrung für Kinder und Lehrerin

Freitagmorgens in der Klasse 4.2 von Lehrerin Christelle Meyer in der Grundschule „Um Ewent“ in Contern. Die zwölfjährige Petra löst an der Tafel eine Rechenaufgabe. Ihre 17 Mitschüler verfolgen ruhig und konzentriert ihre Ausführungen und schreiben in ihre Hefte. Zu den Füßen seines Frauchens liegt entspannt Mischlingshund River, der jeden Freitagmorgen mit in die Schule darf. Dass die Jungen und Mädchen so ruhig und konzentriert sind, ist sein Verdienst.

Nachdem Petra die Rechenaufgabe gelöst hat, schnellen viele Finger in die Höhe. Jeder will an die Tafel – weil zuvor eine Aufgabe mit River gelöst werden muss. „River, komm – sitz! – bleib! – hol den Würfel!“, lauten die Kommandos. Die Ziffer auf dem Würfel gibt an, welche Aufgabe gelöst werden muss. Nachdem River sein Leckerli bekommen hat, trottet er zu seinem Frauchen. Für den Schüler heißt es, an der Tafel zu rechnen.
Leidenschaft und Beruf miteinander verbunden

„Mit Hunden habe ich schon lange und viel zu tun. Dass ich Leidenschaft und Beruf miteinander verbinden konnte, ist gut für uns und für River“, sagt Christelle Meyer, die insgesamt drei Hunde ihr Eigen nennt. Die Gemeindeverantwortlichen und der Schulinspektor waren bei der Projektvorstellung begeistert und gaben sofort ihr Einverständnis.

Positiv nahmen auch die Kinder die Nachricht auf. Ein Kind hatte Angst vor dem Vierbeiner, doch in Zusammenarbeit mit seinen Eltern überwand es seine Furcht nach und nach. „Die meisten Kinder sind begeistert von River und genauso aufgeregt wie er am Freitagmorgen, bevor es losgeht. Er ist ihr Schulhund, sie wissen, dass sie keine Angst vor ihm haben müssen und entwickeln eine besondere Beziehung zu ihm.“

Der achtjährige River, der in hundegestützter Pädagogik ausgebildet ist, besucht einmal pro Woche für drei Stunden mit Christelle Meyer die beiden sechsten Grundschulklassen in Contern. Nach der ersten Schulstunde braucht River eine Stunde Pause, ehe es in die Parallelklasse geht. Für Ruhepausen zwischendurch ist eine Liegedecke vorhanden. Wenn der Rüde diese aufsucht, wissen die Kinder, dass ihr Freund eine Rast braucht und sie ihn nicht stören sollen. River kann übrigens in allen Fächern eingesetzt werden, auch im Turnen. Er hat kleine Interventionen von ca. zwei Minuten, dann ruht er bis zur nächsten, während die Kinder ihre Aufgaben erledigen.
Ruhiger, konzentrierter, motivierter, selbstbewusster

„Die Kinder sind viel ruhiger, konzentrierter und motivierter, wenn River da ist. Alle wollen mit ihm arbeiten. Durch die regelmäßige Arbeit mit ihm sind sie auch selbstbewusster geworden. Zudem haben sie bereits zu Beginn des Schuljahres gelernt, die Stresssymptome des Hundes zu erkennen. Sie merken, wenn er nervös oder müde ist“, sagt Christelle Meyer.

In seinen Ruhephasen legt sich River auch gerne zu Kindern, die sich im Moment traurig oder bedrückt fühlen. „Er spürt, wie diesen Kindern zumute ist. Damit er die Emotionen der Kinder nicht zu sehr auf seine Schultern nimmt, kommt er nur einmal die Woche. Die Ausbildung ist deshalb sehr wichtig für den Schulhund“, erklärt die junge Lehrerin. Und: „An den Tagen, an denen er in der Schule zum Einsatz kommt, mache ich zudem etwas Besonderes mit ihm wenn wir nach Hause kommen, damit er sich körperlich austoben und danach entspannen kann.“
Eine Bereicherung für den Schulalltag

SchulhundRiver hat übrigens eine eigene Homepage, auf der es Hunderte von Einträgen gibt, welche die Begeisterung der Jungen und Mädchen belegen. So schrieb beispielsweise Benoît: „Et war mega cool mam River. Ech freeë mech scho vill op den nächste Besuch vun dir.“

Und Schulinspektor Pierre Reding schrieb vor Rivers erstem Besuch in der Schule (16.4.2013) ins Gästebuch: „Ich bin überzeugt, dass du den Schulalltag bereichern wirst.“

Dass dem so ist, können Christelle Meyer und sicher auch alle Jungen und Mädchen, die mit River arbeiten, bestätigen.