Luxemburger Genealoge forscht seit seiner Rente nach seiner Familie
Von Olm aus in die weite Welt


In zehn Jahren machte Paul Thimmesch 300 Familienmitglieder ausfindig

Angefangen hat Paul Thimmesch seine Forschungen kurz nach seinem Eintritt in den Ruhestand. Auslöser für das Interesse an seiner Familienherkunft war ein Totenschein der Schwester seines Vaters und ein Buch. Im Jahre 2004 brachte nämlich die Feuerwehr von Olm den Band „1903-2003“ heraus. Und in diesem Buch las der Hobbygenealoge einen Artikel über ein Haus, in dem seine Vorfahren in Olm gewohnt haben sollen. Sein Interesse an der Stammbaumforschung war geweckt. Kurz darauf suchte der Rentner während zehn Jahren jeden Donnerstag für fast drei Stunden die Staatsarchive auf und startete dort seine Recherchen.

Besonders Geburts-, Todes- und Heiratsdokumente interessierten Thimmesch. Mehrere hundert Akten musste er studieren, kopieren und einklassieren. Besondere Schwierigkeit: Alte Dokumente waren zum Teil in lateinischer Sprache verfasst, und vor allem in unbekannten Schriften verfasst. Auch Zeitungsartikel und Volkszählungen musste Paul Thimmesch bei seinen Recherchen durchforsten.

Hauptthema seiner Recherchen war der Umstand, dass seit 1693 viele Mitglieder der Familie Thimmesch wegen Arbeitslosigkeit aus Luxemburg ausgewandert waren. Einige von ihnen machten sich auf den weiten Weg nach Amerika. Nachdem sie hierzulande all ihr Hab und Gut verkauft hatten, reisten die Vorfahren von Paul Thimmesch nach Antwerpen, von wo sie dann mit dem Schiff nach Ellis Island übersetzten. Hier erhielten sie dann nach langen medizinischen Untersuchungen die Einreisegenehmigung für New York.
Unterstützung durch die Familie

„Anhand meiner Nachforschungen kann ich beweisen, dass jeder Thimmesch auf der Welt seinen Ursprung in Olm hat.“, erklärte Paul Thimmesch im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“. Nicht nur Amerika, sondern auch Frankreich und Belgien waren die Ziele seiner Vorfahren.

„Nach und nach nahm ich immer mehr Kontakt mit den anderen weit entfernten Familienmitgliedern auf und fand heraus, dass auch in Amerika und in Belgien Familienmitglieder nach ihrer gemeinsamen Herkunft suchten.“ So stieß er auf Mike Thimmesch aus den USA und auf Nicole Thimmesch aus Waterloo.

„Während meiner Recherchen hatte ich gewisse Momente, an denen ich nicht mehr weiterkam, Mike, Nicole und Luss Thimmesch, ein Freund, der auch in Luxemburg lebt und vor einigen Jahren mit der Genealogie angefangen hat, und ich konnten uns bei solchen Gelegenheiten gegenseitig helfen“, so Paul Thimmesch. „So bekam ich öfters von den anderen Dokumente, die ich selbst nicht gefunden habe und die mich dann bei meinen Recherchen weitergebracht haben.“

Sogar auf Flohmärkten machte sich Paul Thimmesch auf die Suche nach seiner Herkunft. Hier suchte er nach alten Registern und versuchte, sie auf den Namen Thimmesch zu untersuchen. Sein Ergebnis lässt sich sehen: Fast alle seine Vorfahren konnte der Rentner mit etwas Hilfe von außen zurückverfolgen. Die einzige Information, die ihm in seinem riesigen Rätsel noch fehlt, ist, wo ein Vorfahre namens Dominikus Thimmesch-Enners geboren ist.
Großes Treffen am 20. September

Für den kommenden 20. September haben Luss und Paul Thimmesch ein Konveniat ihrer Familie im Feuerwehrzentrum von Olm organisiert. Man rechnet mit ungefähr 30 Personen, die auf die Einladung antworten, und hofft, dass auch einige Familienmitglieder aus Amerika kommen. Während des Treffens wollen die beiden all ihre Dokumente ausstellen und den anderen Familienmitgliedern einen Einblick in die Ahnenforschung und in ihren Stammbaum geben.