Unzufriedene Freibadbetreiber
Weniger Besucher, weniger Einnahmen


Nasskaltes Wetter im August hinterlässt seine Spuren

Für die einen ist der verregnete August ein Monat zum Abhaken, für die anderen verliefen die Geschäfte zufriedenstellend. Die Rede ist von den Freibädern und den Campingplätzen. Während die Gäste in den Freibädern ausblieben, sind die meisten Campingbetreiber zufrieden.

Trotz eines größtenteils verregneten Sommers zieht Linda Gedink, Generalsekretärin des Verbandes Camprilux, eine positive Bilanz: „Es war kein schlechter Sommer, insbesondere wenn man das Wetter in Luxemburg mit jenem in anderen europäischen Ländern vergleicht.“ Dass die Besucherzahlen nach dem 15. August abnehmen, habe mit dem Schulbeginn in den Niederlanden und nicht mit dem Wetter zu tun, sagt die erfahrene Campingbetreiberin.
Investitionen tragen Früchte

Zurzeit machen 40 Familien mit dem Wohnwagen, Zelt oder Wohnmobil Urlaub auf dem „Camping Auf Kengert“ in Medernach, den die Familien Gedink und Gouda gemeinsam betreiben. Zudem können acht Chalets und Hütten gemietet werden. Dass die Camper nicht gleich bei der ersten Regenschauer die Koffer packen, liegt sicher auch am Indoorspielplatz für Kinder.

Auf eine exzellente Vorsaison und gute Resultate im Juli blicken die Verantwortlichen des „Camping Kaul“ in Wiltz. Die rezenten massiven Investitionen trügen ihre Früchte, heißt es. Vor zwei Jahren war der Campingplatz neu gestaltet worden. Die Anzahl der Stellplätze war reduziert, das Freizeitangebot und das Animationsprogramm bedeutend erweitert worden, so dass man von einem wahren „Feriendorf“ sprechen kann. Lediglich fünf „gute“ Wochen verzeichnete der „Camping Plage“ in Befort, auch wenn die Saison laut Thierry Koch im Vergleich zum vergangenen Jahr ein bisschen besser war.

Eine recht gute Saison hatte bislang der Campingplatz in Rosport, war er doch im Juli ausgebucht und bis zum 15. August gut belegt.

Eine gänzlich andere Situation präsentiert sich für den Campingplatz in Schwebsingen. Während der Andrang in den Monaten Juni und Juli gut war, ging es im August wesentlich ruhiger zu. Seitens des Betreibers wird hier allerdings nicht nur das schlechte Wetter angeführt, sondern auch das wilde Campen zahlreicher Wohnmobile an der Mosel in Bech-Kleinmacher. Diese Einnahmen gingen dem Campingplatz verloren, moniert der Betreiber.

Was die Saison in den Freibädern anbelangt, so ist diese im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen, was sich natürlich auch in den Einnahmen niederschlägt.
Überall starke Einbußen

An den Baggerweihern in Remerschen wurden im ganzen Monat August weniger als 1.000 Besucher gezählt, in der bisherigen Saison waren es über 26.000 Kinder und Erwachsene, die hier Abkühlung suchten. Allerdings sind dies mehr als 21.000 Besucher weniger als im vergangenen Jahr, als der Sommer sich von seiner schönsten Seite zeigte.

Gleiches Bild in der „Réidener Schwemm“, die jedoch den Vorteil hat, dass sie über ein Innen- und ein Außenbecken verfügt. „Mit dem bisherigen Sommer kann man nur unzufrieden sein“, sagt Direktor Jean-Claude Kemmer. Die bisherige Bilanz weist ein Minus von 4.000 Besuchern für den Monat Juli und von 2.000 Besuchern für den August aus. Damit die Besucher herbeiströmen, müsse es entweder sehr warm sein oder aber den ganzen Tag über regnen, lautet Kemmers Feststellung.

Auch die Saison des Beforter Freibades fällt wegen des Wetters relativ schlecht aus, wobei der Juni recht gut war.

Das Freibad in Grevenmacher hat ebenfalls stark unter dem verregneten August gelitten, wie Bademeisterin Pascale Dedden bestätigte. Wurden in der vergangenen Saison insgesamt 46.000 Besucher gezählt, so waren es bis dato nur 32.000. Diese Zahl dürfte sich bis zum 12. September, wenn das Freibad seine Türen für dieses Jahr schließt, nicht wesentlich verändern.

Sehr viel Zuspruch erfuhr bei warmen Temperaturen das Freibad in Wiltz, das einzige in einem Umkreis von 20 Kilometern, das auch stark von Bürgern aus der Grenzregion besucht wird. Hier waren die Besucherzahlen bis Anfang August exzellent, um dann aufgrund des regnerischen Wetters – insgesamt 20 Regentage – rapide abzunehmen.