Schueberfouer-Bilanz der Polizei
Viele Diebstähle, kaum Schlägereien


Polizisten und Gendarmen aus Deutschland, Belgien, Frankreich und Luxemburg gemeinsam im Einsatz

„Natürlich gab es wie jedes Jahr eine ganze Reihe von Zwischenfällen“, meint Serge Arendt von der Pressestelle der Polizei. „2014 ist aus polizeilicher Sicht bislang ein guter Jahrgang.“ Ein guter Jahrgang, das bedeutet wenig Einsätze für die Polizei trotz hoher Besucherzahlen.

Menschenansammlungen ziehen stets Taschendiebe an und auch die Schueberfouer blieb davon nicht verschont. Zwei Tage vor dem Ende von Luxemburgs größtem Jahrmarkt liegen der Polizei insgesamt 33 Diebstahlsanzeigen vor. Zudem gab es zwei Fälle von schwerem Diebstahl und ebenfalls zwei Mal kam es zu einem Raubüberfall.

Auf der Schueberfouer scheint es aber auch ehrliche Finder zu geben. 62 Mal wurden im Schueberfouerkommissariat Fundgegenstände abgegeben. Kurioserweise wurden lediglich 18 Verlustanzeigen eingereicht. 15 Mal musste die Polizei nach vermissten Personen suchen und zehn Mal nach Kindern, die ihre Eltern aus den Augen verloren hatten.

Die Zeiten, in denen handfeste Auseinandersetzungen auf der Schueberfouer zum Alltag gehören, scheinen vorbei zu sein. Lediglich sechs Mal mussten Polizisten bei Schlägereien eingreifen. Drei Mal mussten die Beamten Meinungsverschiedenheiten schlichten und zehn Mal Betrunkene aus dem Verkehr ziehen. Eine Person wurde außerdem auf einem Fahrgeschäft verletzt.

„Was den Straßenverkehr angeht, waren die Fouer-Besucher in diesem Jahr einigermaßen vernünftig“, meint Chefkommissar Arendt. „Wir mussten bislang noch nicht sehr viele Autos abschleppen.“ Sechs waren es bis Montagmittag – auch ein Zeichen dafür, dass die öffentlichen Verkehrsmittel sich beim Fouer-Besuch immer mehr durchsetzen. Das Volksfest zieht jedes Jahr viele Menschen aus der Großregion an. Deshalb gehören auch jedes Jahr an mehreren Tagen ausländische Polizisten ins Bild der Schueberfouer: Polizisten aus Trier oder aus Arlon und Gendarmen aus Thionville. „Zweck ist es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu fördern“, erklärt Serge Arendt.

Die gemeinsamen Einsätze erfüllen entgegen dem, was man annehmen könnte, keinen repräsentativen Zweck. Es geht um den Austausch, den persönlichen Kontakt zwischen den Beamten und darum voneinander zu lernen. „Die gemeinsamen Patrouillen auf der Schueberfouer erlauben es jungen Polizisten oder Gendarmen aus den Grenzregionen, Erfahrungen dazu zu sammeln, wie Polizeiarbeit bei derartigen Großveranstaltungen aussehen kann“, so Arendt. Das ist zudem kein einseitiges Prozedere: Luxemburger Polizisten sind beispielsweise auch beim Formel-1-Grandprix in Spa oder beim Altstadt-Fest in Trier im Einsatz.