Prozessauftakt vor dem Bezirksgericht Luxemburg
Ein Streit mit blutigem Ausgang


Mann nach Messerstecherei im Dezember 2012 unter Mordanklage

Neben dem Hauptverdächtigen stehen mit dessen Cousin beziehungsweise einem Bekannten zwei weitere Angeklagte vor Gericht, denen im Zusammenhang mit der Bluttat unterlassene Hilfeleistung zur Last gelegt wird.

Die Ereignisse am frühen Morgen des 23. Dezember 2012 konnten von den Ermittlern beinahe lückenlos rekonstruiert werden, da es einerseits Videoaufnahmen von Überwachungskameras an der Tankstelle in der Rue d'Audun gab, andererseits die von den Angestellten herbeigerufenen Polizeibeamten vor Ort eintrafen, als die Tragödie noch im vollen Gange war.
Sieben Messerstiche
in die Brust

Als die Polizeistreife am frühen Sonntagmorgen gegen 5.40 Uhr am Tatort eintrifft, wird sie Zeuge einer brutalen Auseinandersetzung: A. M. kniet am Boden über seinem Opfer, einem 31-jährigen Tunesier, und scheint mit aller Kraft auf ihn einzuschlagen. Erst als einer der Beamten sich nähert, erkennt er, dass M. mit einem Messer auf seinen Widersacher einsticht. Gerichtsmediziner zählen später insgesamt sieben Stiche – zwei davon, in Herz und Aorta, führten dazu, dass das Opfer noch an Ort und Stelle starb. Der Täter und seine beiden Begleiter werden noch an Ort und Stelle verhaftet. M. wehrt sich bei der Festnahme erbittert, die Beamten müssen den aggressiven und bewaffneten Mann unter Lebensgefahr und mit Gewaltanwendung überwältigen.

Die Hintergründe der Tat werden von den Ermittlern mit Hilfe von Überwachungsbildern und Zeugenaussagen recht schnell aufgeklärt und das Tatmotiv erweist sich als erschreckend banal: Ein Streit, weil der Täter sich am Nachtschalter vorgedrängt hatte, scheint die Tragödie ausgelöst zu haben. Bei beiden wurden später hohe Alkoholspiegel im Blut nachgewiesen. Das Opfer hatte zudem Kokain konsumiert, M. selbst nahm seit Jahren Benzodiazepine zu sich – ein starkes Beruhigungsmittel, das jedoch in Verbindung mit Alkohol aggressiv machen kann. M. wurde bereits 2002 zu einer Haftstrafe wegen schwerer Körperverletzung zu vier Monaten haft verurteilt.

Der Prozess wird am Dienstag mit weiteren Zeugenaussagen sowie dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft enden.