Wohnungsbaupolitik
Differdingen verbietet Abriss von Einfamilienhäusern


Der Gemeinderat von Differdingen hat am Mittwoch beschlossen, den Abriss von Einfamilienhäusern zu verbieten. Von der Regel ausgenommen sind Häuser entlang der Hauptszufahrtsstraßen sowie Häuser für betreutes Wohnen oder Studentenwohnungen.

Das Problem ist bekannt. Stirbt zum Beispiel eine ältere Person, der ein Einfamilienhaus gehörte, verkaufen die Erben an den Meistbietenden. Dies ist jedoch selten eine junge Familie, die ein Einfamilienhaus mit Garten sucht, sondern eher ein Bauherr, der dann Angebote für die Nachbarhäuser unterbreitet, um eine „Résidence“, also ein Haus mit mehreren Eigentums- oder Mietwohnungen zu bauen. Indem aus einem bis drei Häusern bis zu zwölf Wohnungen entstehen, kann der Bauherr Ankaufpreise bieten, bei denen junge Familien nicht mithalten können.

So wurden auf diese Weise in den letzten Jahren in Differdingen 87 Einfamilienhäuser durch 66 "Résidencen" mit ingesamt 750 Wohnungen ersetzt. Das entspricht einem Bevölkerungswachstum von 1950 Einwohnern.

Eine weitere negative Konsequenz ist in den Augen des Schöffenrats dass sich das Stadtbild zunehmend verändert. Die soziale Ausgewogenheit, die die Kenia-Koalition sich beim Koalitionswechsel vor rund einem Jahr auf ihre Fahnen geschrieben hatte, gehe damit verloren, so Traversini.

Dem will der Schöffenrat von Differdingen mit der Umänderung im allgemeinen Bebauungsplan (PAG) nun einen Riegel vorschieben. Die Gemeinde betritt mit dieser Maßnahme Neuland in Luxemburg.