Rücktritt als Trainer von Aserbaidschan
Vogts: "Spieler tragen die Schuld"
Deutscher Coach zieht Konsequenzen aus 0:6-Niederlage



Das Abenteuer Aserbaidschan ist für Berti Vogts vorzeitig beendet. Am Montagabend war das Maß für den ehemaligen Bundestrainer endgültig voll. Nicht alleine die 0:6-Pleite von Aserbaidschan in Kroatien hatte Vogts auf die Palme gebracht, sondern die Art und Weise, wie sich seine Mannschaft präsentiert hatte. "Das war Standfußball. Fußball ist ein Laufspiel, aber das haben einige Spieler nicht kapiert. Die denken nur an ihre Kohle und tun nichts dafür. Das kann ich nicht mehr mitmachen", begründete der frühere Bundestrainer seinen überraschenden Rücktritt.

Am Vortag hatte der 67-Jährige in Zürich Aserbaidschans Verbandschef Rownag Abdullajew seine Entscheidung mitgeteilt. "Nach dem knappen 1:2 in Italien haben die Spieler keinerlei professionelle Einstellung an den Tag gelegt und deshalb sind wir drei Tage später so unter die Räder gekommen. Wenn eine Mannschaft nicht bereit ist zu kämpfen, zu laufen und alles zu geben, dann kann ich das nicht akzeptieren und muss die Reißleine ziehen. Ich habe dem Präsidenten gesagt, dass es unter diesen Umständen keinen Sinn mehr macht", sagte Vogts.

"Die Arbeit hat mir lange Zeit Spaß gemacht. Aber jetzt war der Zeitpunkt erreicht, wo es nicht mehr weitergeht. Da kann der Trainer nichts für, die Schuld tragen in aller erster Linie die Spieler. Beim Fußball muss man Spaß haben, aber diesen Profis geht es nicht um Spaß und Erfolg, sondern ausschließlich ums Geld", berichtete Vogts. Dabei schwingt die Enttäuschung in der Stimme mit.

Vogts, der als Bundestrainer Deutschland 1996 in England zum dritten EM-Titel geführt hatte, konnte in drei Spielen der aktuellen Qualifikation für die EM 2016 nicht punkten. In der Qualifikation zur WM 2010 hatte er mit dem Außenseiter fünf Punkte, in den Gruppenspielen zur EM 2012 sieben und in der Qualifikation zur WM 2014 immerhin neun Punkte geholt.

Vogts hatte 2008 seinen Dienst in Vorderasien angetreten. Zuvor hatte der frühere Bundesligacoach von Bayer Leverkusen bereits Kuwait, Schottland und Nigeria trainiert.