Beim Fußballweltverband
Fifa suspendiert Generalsekretär Valcke


Der Fußball-Weltverband Fifa hat seinen Generalsekretär Jérôme Valcke von allen Aufgaben entbunden. Das teilte die Fifa am Donnerstagabend mit. Desweiteren habe der Verband "von einer Reihe von Vorwürfen Kenntnis erhalten, die den Generalsekretär betreffen". Der Fall werde von der Fifa-internen Ethikkommission untersucht.

Dem 54 Jahre alten Franzosen, seit 2007 Generalsekretär, wird vorgeworfen, sich beim Ticketverkauf für Endrunden von Weltmeisterschaften persönlich bereichert zu haben. Die Vorwürfe hatte die in Zürich ansässige Marketingagentur JB Sports Marketing bei einer Präsentation am Donnerstag erhoben. Valcke sei eine "diskrete Gewinnbeteiligung" versprochen worden, das berichtet unter anderem die "Süddeutsche Zeitung".

Das Handeln der Fifa ist offensichtlich eine direkte Reaktion auf diese neuen Entwicklungen. Valcke soll Zeugen zufolge zudem im Rahmen von Verhandlungen schon vor der offiziellen Vergabe erklärt haben, die WM 2022 sei fest an Katar zugesagt.
"Habe nie Geld erhalten!"

Valcke selbst wehrte sich am späten Donnerstagabend vehement in Form eines Statements durch seinen Anwalt Barry Berke, in dem die Vorwürfe als "konstruiert und unverschämt" zurückgewiesen wurden. Er habe nie Geld von JB Sports erhalten und auch nie eingewilligt, Geld oder andere Wertgegenstände anzunehmen.

Der Franzose gilt als rechte Hand des Fifa-Chefs Joseph Blatter, der im Februar 2016 seinen Abschied nehmen will. Schon in der Vergangenheit hatte es immer wieder Vorwürfe gegen Valcke gegeben. Doch er überstand immer sämtliche Anschuldigungen. Nun könnte es für das Duo eng werden.

Uefa-Präsident Michel Platini, möglicher Nachfolger von Fifa-Chef Joseph Blatter, wollte sich am Rande eines Treffens der Spitze des europäischen Verbandes in St. Julian's auf Malta nicht dazu äußern.