SimSALAHbumm! So tickt Liverpools Superstar



Diese Geschichte ist für jeden Liverpool-Fan wie ein Märchen. Im Sommer holte der Klub für 42 Millionen Euro Ablöse Mohamed Salah (25) vom AS Rom. Seit dem ersten Spiel verzaubert der Ägypter die Premier League, hat in 21 Spielen schon 17-mal getroffen – nur Tottenhams Harry Kane traf öfter.

SimSALAHbumm! Salah ist bisher der mit Abstand beste Transfer-Treffer von Jürgen Klopp (50). Der Reds-Coach schwärmt: „Wir wussten, dass Mo gut ist. Aber er übertrifft unsere Erwartungen noch einmal!“ Das Vertrauen in Salah ist sogar so groß, dass er Spielmacher Philippe Coutinho (25) für 160 Mio. Euro zum FC Barcelona verkaufte.

Klopp wollte Flügel-Stürmer Salah schon als BVB-Trainer nach Dortmund holen. Auch die Reds hätten ihn 2014 viel günstiger haben können. Der ehemalige LFC-Geschäftsführer Ian Ayre verhandelte damals mit dem FC Basel über einen Kauf. Wie SPORT BILD erfuhr, bot er aber nur 2,1 Mio. Euro Jahresgehalt. Der FC Chelsea mit José Mourinho erhöhte auf drei Mio. Euro pro Saison, und Salah wechselte für 16,5 Mio. nach London. Über weitere Stationen in Florenz und Rom gelangte Salah doch nach Liverpool – und jetzt startet er richtig durch.

„Ich habe als Jugendlicher bei FIFA immer die Reds mit Gerrard, Hyypiä und Owen gespielt. Und als ich später mit Chelsea im Anfield angetreten bin, hat sich die Stimmung bei mir eingebrannt“, erinnert sich Salah. Bei Heimspielen wird auf der Kult-Tribüne The Kop regelmäßig ein Liederfeuerwerk mit seinem Namen abgebrannt, fünf Fan-Songs machen die Runde.

SimSALAHbumm!

In Ägypten ist Salah längst ein Volksheld. Erst recht, nachdem er das Nationalteam mit einem Elfmeter in der Verlängerung gegen Kongo (2:1) zur Weltmeisterschaft nach Russland schoss – der ersten WM-Teilnahme des Landes seit 1990. Während der Partie in Alexandria wurde das Haus seiner Eltern ausgeraubt, der Dieb gefasst. Salah bat seinen Vater, die Anzeige fallen zu lassen, schenkte dem Einbrecher Geld und half ihm, einen Job zu finden. „Jeder hat eine zweite Chance verdient“, sagt Salah.

Als ein reicher ägyptischer Industrieller ihm für seine Verdienste eine Villa schenken wollte, wünschte sich Salah stattdessen eine Spende für sein armes Heimatdorf Nagrig, das 140 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kairo liegt. Diese Strecke bewältigte Salah als Teenager fast vier Jahre jeden Tag mit dem Bus, um zum Training seines Klubs Arab Contractors zu gelangen.

„Ich war mit einer Sondererlaubnis nur von sieben bis neun Uhr in der Schule, fuhr dann vier Stunden mit Bussen zum Training und abends wieder zurück. Gegen 22 Uhr war ich zu Hause. Das war hart, aber diese Zeit prägte mich“, sagt Salah.

Der Aufwand zahlt sich aus. Salah wurde vor LFC-Teamkollege Sadio Mané und Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt – als zweiter Ägypter nach Mahmoud El Khatib 1983. „Für mich ist ein Traum wahr geworden. 2017 war ein unglaubliches Jahr, ob mit der Nationalmannschaft oder meinen Klubs“, sagte Salah nach seinen Triumph. Sollte er in England weiterhin so zaubern, ist ihm der Titel „Bester Spieler der Premier League“ am Ende der Saison wohl auch gewiss.

23 Pflichtspiel-Treffer hat Salah bis Dezember insgesamt für Liverpool erzielt. Damit stellte er den Vereinsrekord von Roger Hunt aus der Saison 1961/62 ein. „Diese Marke ist beeindruckend, genau wie es seine Tore sind. Mo macht unser System noch variabler. Er kann Stürmer, auf beiden Flügeln oder im offensiven Mittelfeld spielen. Mit ihm sind wir besser geworden“, sagt Klopp.

Die Meisterschaft ist bei 18 Punkten Rückstand auf Man City gelaufen. Aber Salah sagt: „Liverpool hat diesen Titel verdient. Und dafür werde ich alles geben.“ Wenn es klappt, wäre es das größte Märchen seines Lebens!

Sport Bild