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- Out 5, 2021
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NFL-Kolumne von Carsten Spengemann:
Dieser Super-Rookie beeindruckt mich!
Die Washington Commanders sind wieder wer!
Nach Jahren, in denen das Footballteam aus Amerikas Hauptstadt im Chaos versank, mehrfach sogar den Namen wechseln musste und viele ihrer Topspieler abgab, hatte niemand wirklich echte Hoffnung, dass das Team schnell zurück in die Erfolgsspur finden könnte.
Doch Wunder gibt es bekanntlich immer wieder. Selbst in der NFL.
Washington hat die perfekte Kombination aus jungen Wilden und alten Hasen zusammengestellt. Sowohl auf als auch oben dem Feld.
Headcoach Dan Quinn wirft seine ganze Routine aus über 20 Jahren NFL, in denen er teilweise für die besten Defenses ihrer Zeit verantwortlich zeichnete in die Waagschale.
Um einen schnellen und kreativen Angriff spielen zu können, entschied sich Quinn die Geschicke seiner Mannschaft in die Hände von Kliff Kingsbury zu legen. Kingsbury war selbst von 2019 bis 2022 Headcoach bei den Arizona Cardinals, bevor der dortige Owner den Stecker zog und den 45-Jährigen im wahrsten Sinne des Wortes in die Wüste schickte.
Nach einem Jahr Pause holte Quinn ihn zurück in die NFL. Wie wir jetzt sehen und erleben dürfen - mit Recht. Kingsbury, der als Ersatzmann für den Legenden-Quarterback Tom Brady von den New England gedraftet wurde und sogar für die Cologne Centurions in der NFL Europe 2006 auflief, schöpft seine Ideen den Ball schnell und kreativ zu bewegen aus seinen eigenen Erfahrungen als Spielmacher auf dem Feld. Daher ist es auch kein Wunder, dass der Rookie Quarterback der Commanders, Jayden Daniels, in seinen ersten Spielen perfekt vorbereitet ans Werk ging und sich mit jedem Gameday steigern konnte. Statistisch ist Daniels nicht nur auf Top-Niveau unterwegs, sondern seine gesamte Offense. Diese liegt mit 31 Punkten pro Spiel auf dem absoluten Spitzenplatz der NFL.
Selbst gegen die gute Defense der Cleveland Browns machte Daniels am vergangenen Spieltag eine richtig gute Figur. 238 Yards und ein Touchdown sind eine Ausbeute, die die Ravens-Defense hellhörig werden lassen muss. Die Spielweise der Commanders, mit mehreren Receivern die Gegner regelrecht schwindelig zu laufen, eröffnet nicht nur viele Möglichkeiten den Pass zum Werfen, sondern macht die Räume frei, sodass Daniels seine Geschwindigkeit im Lauf zeigen kann.
Washingtons Rookie-Quarterback ist sogar der erste Spieler in der langen Geschichte der NFL, der es schaffte mindestens 1000 Yards Passspiel (1,135) und 250 Laufyards (300) in seinen ersten fünf Partien zu erspielen. Mit einem Sieg am Sonntag gegen die Ravens wäre Daniels der erst zweite Spielmacher, der die ersten fünf seiner sechs Spiele gewinnen würde.
Doch die Ravens mit ihren Spielmacher Lamar Jackson sind eine echte harte Nuss, die man nicht mal eben im Vorbeigehen schlagen wird. Baltimore liegt, was die Punktausbeute angeht, direkt hinter den Commanders auf Platz 2 der gesamten Liga, auch aufgrund der Tatsache, dass Jackson durch seine Athletik sogar in schier unmöglichen Situationen noch riesigen Raumgewinne möglich macht.
Die Commanders-Defense sollte also mehr als auf der Hut sein, wenn es am Sonntag um 19 Uhr in Baltimore zur Sache geht. Mit 348 Yards und 4 Touchdowns zerlegte der Ravens-Spielmacher die Bengals-Defense in der vergangenen Woche regelrecht mit Plays, die teilweise noch in zig Jahren mit Garantie in den Highlight-Videos auftauchen werden. Washingtons Passverteidigung zeigte ihrerseits letzte Woche mit nur 125 zugelassenen Yards endlich mal eine Top-Performance. Davor schwächelte dieser Mannschaftsteil aber eher. Für zehn zugelassenen Touchdowns durch gegnerische Receiver gibt es gerade mal ein „Teilgenommen“ im Arbeitsnachweis.
Da ist gewaltiger Nachholbedarf, speziell da jetzt mit Zay Flowers und Rashod Bateman zwei der besten ihrer Zunft auf die Commanders-Passverteidigung warten. Washington muss also über Druck auf Lamar Jackson versuchen, ihn in Fehler zu zwingen und es ihm somit schwer machen genaue Pässe zu platzieren. Browns-Spielmacher Watson vergangenen Woche konnte von dieser Spielweise ein Lied singen. 7-mal schafften es Bobby Wagner und Co., den gegnerischen Spielmacher zu Boden zu bringen.
Also Augen auf Mr. Jackson, Washington kommt von allen Seiten und präsentiert seine Blitze immer in anderen Formationen, was es schwer macht, den kommenden Druck auf den ersten Blick zu identifizieren.
Doch selbst wenn den Commanders dies gelingen sollte, ist da ja immer noch das Laufspiel der Ravens. Und hier steht nicht irgendjemand auf dem Feld, sondern Derrick Henry. Ein Läufer der absoluten Extraklasse. Nicht ohne Grund durchbrach er vergangene Woche die magische 10 000 Yard Marke. Schnelligkeit gepaart mit brachialer Gewalt ist vielleicht die treffendste Art seinen Laufstil zu beschreiben und macht ihn Stand jetzt zum effektivsten Ballträger dieser Saison.
Es wird also alles andere als leicht für die Commanders, sich nicht von den Ravens von der Erfolgsspur abdrängen zu lassen. Aber sie haben eine echte Chance und diese werden sie mit einem garantiert kreativen Gameplan angehen. Daher sollte sich jeder Footballfan diesen Kampf der Titanen am Sonntag ab 19 Uhr nicht lassen.
Über dieses Thema und alle anderen Spiele und News rund um das kommende Wochenende spreche ich natürlich mit meinem Kollegen Mike Stiefelhagen in der neuesten Folge unseres interaktiven NFL Podcast „Die Pille für den Mann“. Wem das noch nicht reicht, der bekommt noch mehr in YouTube-Format „Stoned Lack“.
Bild Zeitung
Dieser Super-Rookie beeindruckt mich!
Die Washington Commanders sind wieder wer!
Nach Jahren, in denen das Footballteam aus Amerikas Hauptstadt im Chaos versank, mehrfach sogar den Namen wechseln musste und viele ihrer Topspieler abgab, hatte niemand wirklich echte Hoffnung, dass das Team schnell zurück in die Erfolgsspur finden könnte.
Doch Wunder gibt es bekanntlich immer wieder. Selbst in der NFL.
Washington hat die perfekte Kombination aus jungen Wilden und alten Hasen zusammengestellt. Sowohl auf als auch oben dem Feld.
Headcoach Dan Quinn wirft seine ganze Routine aus über 20 Jahren NFL, in denen er teilweise für die besten Defenses ihrer Zeit verantwortlich zeichnete in die Waagschale.
Um einen schnellen und kreativen Angriff spielen zu können, entschied sich Quinn die Geschicke seiner Mannschaft in die Hände von Kliff Kingsbury zu legen. Kingsbury war selbst von 2019 bis 2022 Headcoach bei den Arizona Cardinals, bevor der dortige Owner den Stecker zog und den 45-Jährigen im wahrsten Sinne des Wortes in die Wüste schickte.
Nach einem Jahr Pause holte Quinn ihn zurück in die NFL. Wie wir jetzt sehen und erleben dürfen - mit Recht. Kingsbury, der als Ersatzmann für den Legenden-Quarterback Tom Brady von den New England gedraftet wurde und sogar für die Cologne Centurions in der NFL Europe 2006 auflief, schöpft seine Ideen den Ball schnell und kreativ zu bewegen aus seinen eigenen Erfahrungen als Spielmacher auf dem Feld. Daher ist es auch kein Wunder, dass der Rookie Quarterback der Commanders, Jayden Daniels, in seinen ersten Spielen perfekt vorbereitet ans Werk ging und sich mit jedem Gameday steigern konnte. Statistisch ist Daniels nicht nur auf Top-Niveau unterwegs, sondern seine gesamte Offense. Diese liegt mit 31 Punkten pro Spiel auf dem absoluten Spitzenplatz der NFL.
Selbst gegen die gute Defense der Cleveland Browns machte Daniels am vergangenen Spieltag eine richtig gute Figur. 238 Yards und ein Touchdown sind eine Ausbeute, die die Ravens-Defense hellhörig werden lassen muss. Die Spielweise der Commanders, mit mehreren Receivern die Gegner regelrecht schwindelig zu laufen, eröffnet nicht nur viele Möglichkeiten den Pass zum Werfen, sondern macht die Räume frei, sodass Daniels seine Geschwindigkeit im Lauf zeigen kann.
Washingtons Rookie-Quarterback ist sogar der erste Spieler in der langen Geschichte der NFL, der es schaffte mindestens 1000 Yards Passspiel (1,135) und 250 Laufyards (300) in seinen ersten fünf Partien zu erspielen. Mit einem Sieg am Sonntag gegen die Ravens wäre Daniels der erst zweite Spielmacher, der die ersten fünf seiner sechs Spiele gewinnen würde.
Doch die Ravens mit ihren Spielmacher Lamar Jackson sind eine echte harte Nuss, die man nicht mal eben im Vorbeigehen schlagen wird. Baltimore liegt, was die Punktausbeute angeht, direkt hinter den Commanders auf Platz 2 der gesamten Liga, auch aufgrund der Tatsache, dass Jackson durch seine Athletik sogar in schier unmöglichen Situationen noch riesigen Raumgewinne möglich macht.
Die Commanders-Defense sollte also mehr als auf der Hut sein, wenn es am Sonntag um 19 Uhr in Baltimore zur Sache geht. Mit 348 Yards und 4 Touchdowns zerlegte der Ravens-Spielmacher die Bengals-Defense in der vergangenen Woche regelrecht mit Plays, die teilweise noch in zig Jahren mit Garantie in den Highlight-Videos auftauchen werden. Washingtons Passverteidigung zeigte ihrerseits letzte Woche mit nur 125 zugelassenen Yards endlich mal eine Top-Performance. Davor schwächelte dieser Mannschaftsteil aber eher. Für zehn zugelassenen Touchdowns durch gegnerische Receiver gibt es gerade mal ein „Teilgenommen“ im Arbeitsnachweis.
Da ist gewaltiger Nachholbedarf, speziell da jetzt mit Zay Flowers und Rashod Bateman zwei der besten ihrer Zunft auf die Commanders-Passverteidigung warten. Washington muss also über Druck auf Lamar Jackson versuchen, ihn in Fehler zu zwingen und es ihm somit schwer machen genaue Pässe zu platzieren. Browns-Spielmacher Watson vergangenen Woche konnte von dieser Spielweise ein Lied singen. 7-mal schafften es Bobby Wagner und Co., den gegnerischen Spielmacher zu Boden zu bringen.
Also Augen auf Mr. Jackson, Washington kommt von allen Seiten und präsentiert seine Blitze immer in anderen Formationen, was es schwer macht, den kommenden Druck auf den ersten Blick zu identifizieren.
Doch selbst wenn den Commanders dies gelingen sollte, ist da ja immer noch das Laufspiel der Ravens. Und hier steht nicht irgendjemand auf dem Feld, sondern Derrick Henry. Ein Läufer der absoluten Extraklasse. Nicht ohne Grund durchbrach er vergangene Woche die magische 10 000 Yard Marke. Schnelligkeit gepaart mit brachialer Gewalt ist vielleicht die treffendste Art seinen Laufstil zu beschreiben und macht ihn Stand jetzt zum effektivsten Ballträger dieser Saison.
Es wird also alles andere als leicht für die Commanders, sich nicht von den Ravens von der Erfolgsspur abdrängen zu lassen. Aber sie haben eine echte Chance und diese werden sie mit einem garantiert kreativen Gameplan angehen. Daher sollte sich jeder Footballfan diesen Kampf der Titanen am Sonntag ab 19 Uhr nicht lassen.
Über dieses Thema und alle anderen Spiele und News rund um das kommende Wochenende spreche ich natürlich mit meinem Kollegen Mike Stiefelhagen in der neuesten Folge unseres interaktiven NFL Podcast „Die Pille für den Mann“. Wem das noch nicht reicht, der bekommt noch mehr in YouTube-Format „Stoned Lack“.
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