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Roter.Teufel

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Kampfmittelräumdienst am OP-Tisch:
Klinik-Alarm! Franzose (24) hat Granate im Po


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Toulouse (Frankreich) – Es gilt als üblich, dass Ärzte während ihrer medizinischen Laufbahn den ein oder anderen Spezialfall erleben. Auch die Chirurgen vom Hôpital Rangueil im französischen Toulouse hatten schon einiges gesehen. Dass der Kampfmittelräumdienst mit an den OP-Tisch gerufen wurde, gehörte bisher nicht dazu.

Der junge Mann (24), um den es geht, war in der Nacht zu Sonntag mit starken Schmerzen in der Notaufnahme erschienen. Er gab an, sich etwas eingeführt zu haben: In seinem Gesäß steckte ein Fremdkörper – und was für einer. Die Ärzte entschieden sich sofort für eine Operation. Während des Eingriffs dämmert es dem Team, was sie da gerade vor sich haben. „Im Moment der Extraktion bemerkte der Chirurg, dass es sich bei dem Gegenstand um eine Granate handelt“, so eine Polizei-Quelle zur Zeitung „Le Figaro“. Gegen 1.40 Uhr wurde die Polizei informiert. In der Klinik brach Alarm aus. Der Kampfmittelräumdienst rückte an. Ein Teil der Klinik wurde als Sicherheitsbereich abgesperrt.

Granate aus Deutschland

Wie der Sender France 3 berichtet, handelte es sich bei der Weltkriegsgranate um ein deutsches Artilleriegeschoss aus dem Ersten Weltkrieg. Kaliber: 37 Millimeter. Länge: 16 Zentimeter. Baujahr: 1918. Diese Granaten wurden damals mit einem Datumsstempel versehen und zu Hunderttausenden gegen britische und französische Truppen in großen Schlachten an der Westfront zwischen 1914 und 1918 eingesetzt. Auf Baustellen tauchen sie in Frankreich immer wieder auf.

Die gute Nachricht

Wie sich später herausstellte, ging von dem Geschoss keine Gefahr mehr aus. Das bestätigte die Polizei ebenfalls gegenüber „Le Figaro“. Erst nach dem Eingriff räumte der 24-Jährige ein, dass er sich das Geschoss selbst eingeführt hatte. Der Mann dürfte gleich doppelt erleichtert sein: Weil die Granate ungefährlich war, sieht die Staatsanwaltschaft in Toulouse von Ermittlungen wegen unerlaubten Munitionsbesitzes ab.

Einen ähnlichen Fall hatte es übrigens schon mal gegeben: Bereits 2022 musste im südfranzösischen Toulon ein 88 Jahre alter Mann operiert werden. Auch bei ihm steckte ein Weltkriegs-Geschoss im Gesäß – sogar noch etwas größer. Manchmal schreibt das Leben eben Geschichten, auf die selbst Ärzte nicht vorbereitet sind.

Bild Zeitung
 
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