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773.000 Jahre alte Knochen:
Nordafrika-Funde rütteln an unserem Stammbaum


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Casablanca (Marokko) – Wann und wo trennten sich die Wege von Homo sapiens und Neandertaler? Seit Jahrzehnten streiten Forscher darüber. Neue Fossilien aus Marokko bringen jetzt Bewegung in die Debatte.

773.000 Jahre alte Knochen liefern nämlich neue Hinweise zur Herkunft des modernen Menschen. Kiefer, Zähne und Wirbel aus Nordafrika sprechen dafür, dass die Wurzeln von Homo sapiens in Afrika liegen, und zwar aus viel früherer Zeit als bisher gedacht.

Fossilien rütteln am Stammbaum

Die uralten Überreste stammen aus einem Steinbruch nahe Casablanca. Sie deuten darauf hin, dass der letzte gemeinsame Ahne von modernen Menschen, Neandertalern und Denisova-Menschen früher lebte als bisher angenommen.

Bisher schätzten Forscher diesen gemeinsamen Vorfahren auf etwa 765.000 bis 550.000 Jahre. Die neuen Funde könnten dieses Alter noch weiter nach hinten verschieben.

Nordwest-Afrika rückt damit weiter ins Zentrum der Menschheitsgeschichte. Bereits vor Jahren hatte ein Team um Jean-Jacques Hublin (72) im Süden Marokkos die rund 300.000 Jahre alten, bislang ältesten Fossilien des modernen Menschen entdeckt.

Nun stellt ein weiteres Team um Hublin im Fachjournal „Nature“ deutlich ältere Funde vor.
Magnetfeld als Zeitmesser

Das Alter bestimmten die Wissenschaftler mithilfe der magnetischen Stratigrafie. Dabei dienen Wechsel in der Polarität des Erdmagnetfelds als zeitliche Marker.

So datierte das Team die Fossilien auf etwa 773.000 Jahre. Damit sind sie fast 500.000 Jahre älter als die frühesten bekannten Homo-sapiens-Funde und ähnlich alt wie Fossilien von Homo antecessor aus Nordspanien.

Lange galt Homo antecessor als möglicher gemeinsamer Ahne von Homo sapiens und Neandertaler. Dagegen spricht jedoch: Alle sicher datierten Funde moderner Menschen, die älter als 90.000 Jahre sind, stammen aus Afrika oder dem angrenzenden Nahen Osten, betont das Team um Hublin. Andere frühere Hinweise, etwa aus Apidima in Griechenland mit einem Alter von mehr als 210.000 Jahren, gelten als umstritten.

Die neuen Fossilien zeigen bei Kiefern und Backenzähnen Parallelen zu Homo antecessor. Das könnte auf frühere Kontakte zwischen Nordafrika und Südeuropa hindeuten.

Ahne wohl deutlich älter

Unterschiede, vor allem in den Zähnen, sprechen zugleich dafür, dass die Funde aus Casablanca eher Nachfahren des nordafrikanischen Homo erectus sind. Sie liegen damit nahe an der Schnittstelle im Stammbaum von modernen Menschen und Neandertalern.

Nach Ansicht der Forscher sind sie möglicherweise „die besten derzeitigen Kandidaten für afrikanische Populationen, die nahe der Wurzel der gemeinsamen Ahnen liegen“, so Hublin.

Bild Zeitung
 
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