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Notícias Türkei verhaftet Deutsche-Welle-Journalist

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Wegen „Präsidentenbeleidigung“:
Türkei verhaftet Deutsche-Welle-Journalist


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Ankara (Türkei) – Rund 30 Polizisten sollen ihn abgeführt, seine Wohnung durchsucht und seine Geräte beschlagnahmt haben: Ein Korrespondent der Deutschen Welle (DW) ist in der Türkei festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft in Istanbul wirft dem Journalisten Alican Uludag „Präsidentenbeleidigung“, „Beleidigung der türkischen Nation“ und die „Verbreitung irreführender Informationen“ vor.

Uludag habe über den Onlinedienst X entsprechende Inhalte verbreitet und sei deshalb in der Hauptstadt Ankara in Gewahrsam genommen worden, erklärte die Behörde laut Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag.
Journalist kritisierte Gefangenenfreilassung

Nach Angaben der Deutschen Welle beziehen sich die Vorwürfe auf einen X-Beitrag, den Uludag vor etwa eineinhalb Jahren veröffentlicht hatte. Darin habe er sich kritisch über die Freilassung möglicher Mitglieder der Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) geäußert. Der Regierung habe er Korruption vorgeworfen.

Deutsche Welle fordert Freilassung

Noch am Donnerstagabend brachten die Behörden Uludag laut DW ins Präsidium der Istanbuler Provinzpolizei. Das ist die höchste Polizeibehörde der Millionenstadt. Am Freitag soll er einem Haftrichter vorgeführt werden, so der Sender.

Uludag arbeitet seit mehreren Jahren in der Türkei für die Deutsche Welle. Als Gerichtsreporter berichtet er über Menschenrechtsverletzungen, Korruptionsfälle und Prozesse. Intendantin Barbara Massing (54) sagt: „Der Vorwurf gegen unseren Kollegen ist haltlos.“ Uludag sei „ein bekannter Investigativjournalist, der unter anderem zu Korruption recherchiert, sehr gut vernetzt ist und Zugang zu wichtigen Quellen hat“. Damit könne er „der Regierung – in ihren Augen – gefährlich werden“.

„Gezielte Einschüchterung“

Besonders scharf kritisierte Massing die Umstände der Festnahme. „Dass ein Journalist wie ein Schwerverbrecher von 30 Polizisten abgeführt und direkt nach Istanbul gebracht wird, dient der gezielten Einschüchterung und zeigt, wie massiv die Regierung Pressefreiheit unterdrückt“, erklärte die Intendantin. „Unser Kollege muss umgehend freigelassen werden.“

Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen reagierte. Sie bezeichnete die Festnahme Uludags als „Teil der gerichtlichen Schikanen gegen seriöse Journalisten“ in der Türkei. Uludag könnte „mit seinen Recherchen die Regierenden verärgert haben“. Erst am 23. Januar wurde ein DW-Korrespondent in Niger verhaftet. Er sitzt laut Sender in Untersuchungshaft.

Bild Zeitung
 
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