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Roter.Teufel

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Videobeweis-Skandal:
Tor-Klau im Handball-Abstiegskampf


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Seit vergangenem Mittwoch sorgt das Exklusiv-Interview in SPORT BILD von Gummersbachs Geschäftsführer Christoph Schindler (42) für Gesprächsstoff in der Handball-Szene und der Daikin Handball-Bundesliga. Schinder kritisierte darin unter anderem den aktuellen Umgang mit dem Videobeweis. Prompt kam es zwei Tage später zum nächsten, vom Ablauf her schon fast unglaublichen Skandal. Passiert beim 32:28 (15:16) der MT Melsungen gegen GWD Minden. Minden hat gegen die Wertung des Spiels Einspruch eingelegt.

Tor-Klau im Handball-Abstiegskampf

Die 7. Minute bei der Partie in der Kasseler Rothenbachhalle. Mindens Rückraum-Linkshänder Philipp Vorlicek zieht aus neun Metern ab, das Netz des Melsunger Tores zappelt. Das Schiedsrichter-Gespann Frederic Linker und Sascha Schmidt erkennt sofort auf Tor, aber der Ball hüpft gleichzeitig flach unter dem hinteren Tornetz ins Toraus. Melsungens Spielmacher Erik Balenciaga erkennt die Situation, weist die Schiris daraufhin. Die Uhr wird angehalten, der unfassbare Skandal beginnt. Vorlicek, das zeigen die Bilder von Streaming-Dienst Dyn, deutet mit beiden Händen an, dass sein Wurf rund 40 Zentimeter neben dem Pfosten im Tor eingeschlagen ist.

Linker und Schmidt gehen zum Tisch mit dem Videobeweis-Bildschirm, an dem an den meisten Bundesliga-Standorten Personal des Gastgebers sitzt. Die Schiris prüfen auf Tor oder kein Tor – und Verweigern dem Treffer die Anerkennung. Die abstiegsbedrohten Mindener gehen nicht mit einer 17:15, sondern der 16:15-Führung in die Pause.

Der Haken: den Männern an den Pfeifen werden offensichtlich nur die Bilder einer seitlichen Torlinien-Kamera zur Verfügung gestellt, aber nicht die der – zu dieser Saison neu eingeführten – Torlinien-Kameras. Also aus einem für diesen Fall unzureichendem Blickwinkel. Die HBL in einer offiziellen Mitteilung zum Saisonstart: „Die Bilder der jeweils zwei zusätzlich angebrachten, hochauflösenden Torlinien-Kameras, die sich in den oberen Ecken der Tore befinden, bieten neue Perspektiven zur Beurteilung von 'Tor oder kein-Tor-Szenen' und unterstützen so die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Die finale Entscheidungsgewalt verbleibt bei den Schiedsrichter-Teams.“

„Torschütze“ Vorlicek in der Pause am Dyn-Mikro: „Ich habe ihn drin gesehen, das muss ich ehrlich sagen. Aber jetzt ist es so entschieden worden, da kann man nichts machen.“ Tätig wurde jedoch nach Spielschluss der um ein Tor beraubte Gast. Mindens Geschäftsführer Nils Torbrügge zu SPORT BILD: „Wir haben vorsorglich Einspruch beantragt.“ Der muss im Spielbericht fixiert sein, danach hat der betreffende Klub 72 Stunden Zeit, um einen ausformulierten Protest schriftlich bei der Liga einzureichen. Unklar ist, ob ein Protest Aussicht auf Erfolg hätte. Klar ist, dass Gummersbach-Boss Schindler mit seiner Kritik ins Schwarze getroffen hat.

Sport Bild
 
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