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- Out 5, 2021
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Winterspiele
Zwei Mal in den Top 30: Das ist Luxemburgs Olympia-Bilanz
Die kleine luxemburgische Olympia-Delegation hat bei den Olympischen Winterspielen Konkurrzenfähigkeit bewiesen. Jeweils ein Top-30-Resultat steht sowohl bei Gwyneth ten Raa als auch bei Matthieu Osch zu Buche.
Es war zweifellos einer jener Momente, die aus luxemburgischer Sicht von diesen Olympischen Spielen in Erinnerung bleiben werden: Als Matthieu Osch am vergangenen Montag in Bormio seinen zweiten Lauf beendete, drehte er sich zur TV-Kamera und rief mit voller Inbrunst: „Roude Léiw, huel se!“
Rückblickend erzählt der 26-Jährige schmunzelnd: „Ja, ich versuche schon ab und zu, ein Entertainer zu sein. Ich wusste, dass ich im Fernsehen zu sehen sein würde, weil die ersten 30 des ersten Laufs live gezeigt werden. Und ich wusste, dass viele zuschauen.“
Geplant war der emotionale Ausbruch allerdings nicht. „Ich habe nicht stundenlang darüber nachgedacht, was ich tun soll. Die Reaktion im Ziel war völlig spontan. Ich war einfach erleichtert über mein Ergebnis. Außerdem habe ich im Publikum so viele luxemburgische Flaggen gesehen – da wollte ich meinen Stolz zeigen. Ein bisschen feiern lassen gehört doch dazu.“
Osch fährt zwei Rennen zu Ende
Auch sportlich kann sich seine Bilanz sehen lassen: Rang 46 im Riesenslalom, Platz 28 im Slalom. „Der Riesenslalom war okay. Der erste Durchgang war durchwachsen, der zweite deutlich besser. Es ist meine schwächere Disziplin, ich habe den Fokus klar auf den Slalom gelegt. Umso schöner war es, dort nach dem ersten Lauf in die Top 30 zu fahren. Ich habe gesehen, dass viele ausgeschieden sind, also wusste ich: Ein stabiler Lauf reicht. Im zweiten Durchgang hatte ich kurz vor dem Ziel einen kleinen Fehler, der Zeit gekostet hat. Trotzdem bin ich sehr glücklich.“
Nachdem Osch 2018 in Pyeongchang und 2022 in Peking jeweils im Slalom ausgeschieden war, konnte er nun erstmals ein olympisches Slalomrennen beenden. „Freud und Leid liegen im Slalom nah beieinander – das hat man auch bei Gwyneth gesehen“, sagt er mit Blick auf Gwyneth ten Raa. „Für mich waren diese Spiele wirklich besonders. Die Austragung in den Alpen machte vieles unkomplizierter und meine Familie war vor Ort – das war schon etwas ganz Spezielles.“ Am Sonntag wird Osch zudem als Fahnenträger bei der Schlusszeremonie zu sehen sein, ehe er sich auf die letzten Rennen der Saison vorbereitet.
Perfekte Organisation
Auch ten Raa zieht insgesamt ein positives Fazit. Dem 30. Platz im Riesenslalom folgte zwar das Aus im Slalom, doch bereits bei der Abschluss-Pressekonferenz des „Comité olympique et sportif luxembourgeois“ (COSL) richtete sie den Blick nach vorn: „Ich werde daraus lernen. Aber insgesamt nehme ich viele positive Erfahrungen mit.“ In der kommenden Saison möchte sie verstärkt im Super-G angreifen und auch Weltcup-Rennen bestreiten. Zunächst steht jedoch noch die Juniorinnen-WM vom 5. bis 15. März in Norwegen auf dem Programm.
Neben den beiden Athleten nahmen auch COSL-Präsident Michel Knepper und Chef de Mission Raymond Conzemius an der Pressekonferenz teil. „Wir waren hier in Italien an drei Orten“, erklärte Knepper. „In Mailand, in Bormio und in Cortina d’Ampezzo. In Mailand hat man die olympische Atmosphäre noch nicht so stark gespürt. In Bormio war es schon etwas anders, aber es fehlte das Olympische Dorf. Erst in Cortina haben wir wirklich erlebt, was Olympische Spiele ausmacht. Es ist extrem wichtig, diesen olympischen Esprit aufrechtzuerhalten.“
Von der italienischen Organisation zeigte er sich beeindruckt: „Es hat alles perfekt funktioniert, es gibt nichts zu beanstanden. Italien hat einmal mehr sein organisatorisches Talent unter Beweis gestellt – und es war ja nicht das erste große Sportereignis in diesem Land.“
Die nächsten Winterspiele finden 2030 in den französischen Alpen statt – vielleicht erneut mit Ten Raa und Osch am Start. Letzterer reagiert darauf mit einem Lächeln: „Italien hat Lust auf mehr gemacht. Mir wird schon gesagt: Alle guten Dinge sind vier. Ich weiß, dass Ni Xia Lian sogar sechs Olympia-Teilnahmen hat – das werde ich wohl nicht mehr einholen. Aber im Moment bin ich fit, und es macht einfach großen Spaß.“
Tageblatt
Zwei Mal in den Top 30: Das ist Luxemburgs Olympia-Bilanz
Die kleine luxemburgische Olympia-Delegation hat bei den Olympischen Winterspielen Konkurrzenfähigkeit bewiesen. Jeweils ein Top-30-Resultat steht sowohl bei Gwyneth ten Raa als auch bei Matthieu Osch zu Buche.
Es war zweifellos einer jener Momente, die aus luxemburgischer Sicht von diesen Olympischen Spielen in Erinnerung bleiben werden: Als Matthieu Osch am vergangenen Montag in Bormio seinen zweiten Lauf beendete, drehte er sich zur TV-Kamera und rief mit voller Inbrunst: „Roude Léiw, huel se!“
Rückblickend erzählt der 26-Jährige schmunzelnd: „Ja, ich versuche schon ab und zu, ein Entertainer zu sein. Ich wusste, dass ich im Fernsehen zu sehen sein würde, weil die ersten 30 des ersten Laufs live gezeigt werden. Und ich wusste, dass viele zuschauen.“
Geplant war der emotionale Ausbruch allerdings nicht. „Ich habe nicht stundenlang darüber nachgedacht, was ich tun soll. Die Reaktion im Ziel war völlig spontan. Ich war einfach erleichtert über mein Ergebnis. Außerdem habe ich im Publikum so viele luxemburgische Flaggen gesehen – da wollte ich meinen Stolz zeigen. Ein bisschen feiern lassen gehört doch dazu.“
Osch fährt zwei Rennen zu Ende
Auch sportlich kann sich seine Bilanz sehen lassen: Rang 46 im Riesenslalom, Platz 28 im Slalom. „Der Riesenslalom war okay. Der erste Durchgang war durchwachsen, der zweite deutlich besser. Es ist meine schwächere Disziplin, ich habe den Fokus klar auf den Slalom gelegt. Umso schöner war es, dort nach dem ersten Lauf in die Top 30 zu fahren. Ich habe gesehen, dass viele ausgeschieden sind, also wusste ich: Ein stabiler Lauf reicht. Im zweiten Durchgang hatte ich kurz vor dem Ziel einen kleinen Fehler, der Zeit gekostet hat. Trotzdem bin ich sehr glücklich.“
Nachdem Osch 2018 in Pyeongchang und 2022 in Peking jeweils im Slalom ausgeschieden war, konnte er nun erstmals ein olympisches Slalomrennen beenden. „Freud und Leid liegen im Slalom nah beieinander – das hat man auch bei Gwyneth gesehen“, sagt er mit Blick auf Gwyneth ten Raa. „Für mich waren diese Spiele wirklich besonders. Die Austragung in den Alpen machte vieles unkomplizierter und meine Familie war vor Ort – das war schon etwas ganz Spezielles.“ Am Sonntag wird Osch zudem als Fahnenträger bei der Schlusszeremonie zu sehen sein, ehe er sich auf die letzten Rennen der Saison vorbereitet.
Perfekte Organisation
Auch ten Raa zieht insgesamt ein positives Fazit. Dem 30. Platz im Riesenslalom folgte zwar das Aus im Slalom, doch bereits bei der Abschluss-Pressekonferenz des „Comité olympique et sportif luxembourgeois“ (COSL) richtete sie den Blick nach vorn: „Ich werde daraus lernen. Aber insgesamt nehme ich viele positive Erfahrungen mit.“ In der kommenden Saison möchte sie verstärkt im Super-G angreifen und auch Weltcup-Rennen bestreiten. Zunächst steht jedoch noch die Juniorinnen-WM vom 5. bis 15. März in Norwegen auf dem Programm.
Neben den beiden Athleten nahmen auch COSL-Präsident Michel Knepper und Chef de Mission Raymond Conzemius an der Pressekonferenz teil. „Wir waren hier in Italien an drei Orten“, erklärte Knepper. „In Mailand, in Bormio und in Cortina d’Ampezzo. In Mailand hat man die olympische Atmosphäre noch nicht so stark gespürt. In Bormio war es schon etwas anders, aber es fehlte das Olympische Dorf. Erst in Cortina haben wir wirklich erlebt, was Olympische Spiele ausmacht. Es ist extrem wichtig, diesen olympischen Esprit aufrechtzuerhalten.“
Von der italienischen Organisation zeigte er sich beeindruckt: „Es hat alles perfekt funktioniert, es gibt nichts zu beanstanden. Italien hat einmal mehr sein organisatorisches Talent unter Beweis gestellt – und es war ja nicht das erste große Sportereignis in diesem Land.“
Die nächsten Winterspiele finden 2030 in den französischen Alpen statt – vielleicht erneut mit Ten Raa und Osch am Start. Letzterer reagiert darauf mit einem Lächeln: „Italien hat Lust auf mehr gemacht. Mir wird schon gesagt: Alle guten Dinge sind vier. Ich weiß, dass Ni Xia Lian sogar sechs Olympia-Teilnahmen hat – das werde ich wohl nicht mehr einholen. Aber im Moment bin ich fit, und es macht einfach großen Spaß.“
Tageblatt
