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Roter.Teufel

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Sie kommentiert bei Olympia und spricht über Unfall von 2014:
ARD-Expertin stürzte 800 Meter in die Tiefe


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Gela Allmann ist 29 Jahre alt, als sie am 3. April 2014 für ein Fotoshooting auf einem Berg im Norden Islands steht. Sie rutscht aus und bleibt erst 800 Meter weiter unten im Schnee liegen. Der Sturz ist brutal. Sie fliegt über eine Klippe, schlägt gegen Felsen. Ihre Haut verbrennt beim Schlittern über das Eis. Mehr tot als lebendig kommt sie unten an, mit unzähligen Brüchen vom Nasenbein bis zum 5. Lendenwirbel, Kreuzbandrissen und einer durchtrennten Hauptarterie im Oberschenkel. Sie verliert viel zu viel Blut.

Heute, zwölf Jahre später, hat Gela, die eigentlich Angelika heißt, schon den 2. Aufstieg des Tages zum Sudelfeldkopf in den Bayerischen Alpen mit ihren Skiern hinter sich und bestellt in der Sonne auf der Walleralm einen Cappuccino.

Dazwischen liegt die Geschichte vom abgrundtiefen Fall an den Rand des eiskalten Hardanger Fjordes bis zum Aufstieg zurück ins echte Leben.

Allmann: „Als ich im Schnee lag, wollte ich kämpfen“

Allmann zu BILD: „Ich glaube, meine Geschichte macht am Ende Mut. Ich glaube, ich darf Mut in die Welt tragen. Mut und den Glauben an sich selbst.“

Die Not-OP, in der ihr rechtes Bein nach dem Riss der Oberschenkelhauptarterie gerettet wird, dauert 9 (!) Stunden. Bis sie wieder ein Kribbeln im großen Zeh spürt, vergehen eineinhalb Jahre und unzählige Stunden in der Reha. Lange ist nicht klar, ob sie jemals wieder auf Skiern stehen kann.

Gela: „Wenn ich da damals auf Island verstorben wäre, weiß ich, dass ich da ganz am Ende mit mir im Reinen war. Aber als ich im Schnee lag, wollte ich kämpfen.“

Der Unfall verändert alles. Allmann verbringt sechs Monate im Krankenhaus. Danach ist nichts mehr wie zuvor. Sie trennt sich von ihrem Freund, zieht von München aufs Land, beginnt, ihre Geschichte aufzuschreiben. Zwei Bücher entstehen. Sie findet einen neuen Partner, bekommt zwei Kinder. Schritt für Schritt baut sie sich ein neues Leben auf.

Heute hält sie Vorträge, spricht über Mut, über Angst, über das Weitergehen. Und es gab schon Anfragen, die Geschichte zu verfilmen.

Es gibt eine Gela vor und eine Gela nach dem Unfall. Wie unterscheiden sich die beiden?

Sie erzählt von ihrer großen Leidenschaft, dem Skibergsteigen. Wenn am 6. Februar in Mailand die Olympischen Winterspiele eröffnet werden, ist zum ersten Mal auch ihre Sportart mit dabei. Und sie ist es auch!

Allmann als ARD-Expertin bei Olympia

Allmann kommentiert für die ARD in Bormio die Wettkämpfe. Eine Expertin, die ganz genau weiß, was in den Bergen, im Schnee, für Gefahren lauern. Sie hat es auf brutalstmögliche Art und Weise gespürt.

Gela: „Ich bin ein Stier, ein harmoniesüchtiger Mensch. Und dagegen sollte man fast ein bisschen ankämpfen, weil sonst verlierst du ja das, was du selber möchtest. Das habe ich schon mehr gelernt durch diesen Unfall. Mich mal zu trauen zu sagen, so möchte ich es eigentlich machen und so nicht. Da bin ich der Sache schon ein großes Stück nähergekommen. Heute weiß ich einfach: Schau auf dich, lass dich nicht von der Masse so viel beeinflussen, was man natürlich oft tut als junger Mensch. Überleg dir genau, was du willst, und wenn du es wirklich willst, dann zieh das auch durch, dann geh deinen Weg. Ich glaube, man beschäftigt sich mehr mit den essenziellen Dingen, was man wirklich will, und bekommt die Kraft, das auch durchzuziehen.“

Beim Termin mit dem BILD-Reporter auf der Alm will sie bitte keine Fotos im Liegestuhl machen. Begründung: „Da würdest du mich nie drin finden.“ Lieber ab ins Gelände, wo sie längst wieder gerne unterwegs ist.

Allmann: „Für mich sind Skitouren die effektivste Form zu arbeiten. Ich gehe da hoch und dann sortiert sich alles in meinem Kopf. Genau so funktioniert es für mich.“ Am liebsten alleine, ohne Musik im Ohr, eins mit der Natur.

Jetzt aber steht erstmal die Abfahrt zurück ins Tal an. „Ich muss die Kleine vom Kindergarten abholen.“

Bild Zeitung
 
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