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Roter.Teufel

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Zoff in Telgte (NRW):
Papa baut seinen Kindern Bolzplatz in den Garten


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… und muss ihn wohl wegen Nachbarn abreißen

Telgte – Die Gärten der Einfamilienhäuser im Neubaugebiet von Telgte sind penibel gepflegt: akkurater Rasen zwischen gestutzten Hecken, Grills auf Terrassen, Blumenbeete. Ein Garten sticht heraus. Hier hat Robert Salomon (41) seinen Kindern einen Traum erfüllt: Der Vater hat einen kompletten Fußballplatz mit Kunstrasen, Banden, Fangnetzen und Toren gebaut.

Das 16 mal 8 Meter große Soccer-Feld ist ein Kinderparadies. Doch auch im beschaulichen Telgte (20.000 Einwohner) kann – frei nach Schiller – der Sportlichste nicht in Frieden leben, wenn es dem Nachbarn nicht gefällt. Und so ist über Gartenzäune hinweg bis in die Amtsstube der Stadt in NRW eine Debatte entbrannt um die allzu deutsche Frage: Darf man seinen Garten so gestalten?

Nachbarn beklagten sich

„Der Ärger kam ziemlich schnell“, sagt Vater Robert Salomon zu BILD. „Nachbarn beschwerten sich, das Flutlicht sei zu hell und der Lederball zu laut. Die Wahrheit ist aber: Das Flutlicht war nie angeschlossen und die Kinder spielen nur mit Schaumstoffbällen. Und auch nur bis 19 Uhr, an Sonn- und Feiertagen gar nicht.“

Die Stadt rückte trotzdem zum Kontrollbesuch aus. Beamte machten Fotos, legten Zollstöcke an – und schüttelten die Köpfe. „Die Herren sagten mir: ‚Das geht so nicht, das sieht der Bebauungsplan nicht vor.‘“

Zahlreiche Briefe, Stellungnahmen und ein ordnungsbehördliches Verfahren später droht dem Mini-Fußballplatz nun der Abriss. Robert Salomon zerknirscht: „Als Handwerker hätte ich es besser wissen müssen. Aber das ist ja keine versiegelte Fläche, das Spielfeld ist komplett wasserdurchlässig. Wir dachten nun mal, das ist alles okay.“

Familie hofft auf Kompromiss

Mehrere Zehntausend Euro kostete die Anlage mit BVB-Design, auf Urlaub hat die Familie dafür jahrelang verzichtet. „Alle sprechen davon, dass wir mehr für die Kinder tun müssen“, sagt Vater Salomon frustriert. „Das ist ein Lebenstraum, den man sich erfüllt hat. Kann man da nicht die Köpfe zusammenstecken, dass wir mit einer Gelben Karte davonkommen? Wir sind zu Kompromissen bereit und wollen niemanden stören. Am Ende sprechen wir doch über die schönste Sache der Welt: Fußballspielen.“

BILD fragte bei Telgtes Bürgermeisterin Katja Behrendt (47, Grüne) nach: Wiese oder Kunstrasen im Garten – macht das wirklich einen Unterschied? „Die Frage stellt sich gar nicht“, so die Politikerin. „Es gibt klare rechtliche Vorgaben, und daran muss sich jeder halten. Hier wurden baurechtliche Vorgaben nicht erfüllt. Auch die Genehmigungspflicht solcher Anlagen wurde nicht beachtet. Kleinspielfelder in den Gärten innerhalb von Wohngebieten widersprechen grundsätzlich dem Nutzungszweck von Wohngebieten.“

Ein sehr ordentlicher Satz, keine Frage.

Der Bauantrag, den der Vater nachträglich einreichte, wird wohl nicht genehmigt werden. Frage an die Bürgermeisterin: Wie würden Sie den Kindern erklären, dass ihr geliebter Fußballplatz abgerissen werden muss? „Es gibt Regeln, an die sich alle halten müssen. Auch wenn es manchmal traurig ist. Fußball wird in fast jedem Garten, in dem Kinder wohnen, gespielt. Dafür braucht es jedoch kein Kleinspielfeld mit einem Kunstrasen.“

Da hat die Grünen-Politikerin wohl recht. Auch im Garten der Salomons wird in Zukunft gekickt werden. Auf Naturrasen und mit tragbaren Toren. Und einem amtlich zugelassenen Lederball. Gut möglich, dass manche Nachbarn schon bald sehnsuchtsvoll an die Zeiten von Kunstrasen und Schaumstoffbällen zurückdenken werden.

Bild Zeitung
 
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