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- Out 5, 2021
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Trump-Effekt:
Touristen kehren den USA den Rücken
New York/Washington – Die USA verlieren ihren Glanz als Traumziel: Im ersten Jahr der zweiten Amtszeit von Donald Trump (79) bricht der internationale Reiseverkehr deutlich ein. Abschottung, scharfe Kontrollen an den Grenzen, Zölle – all das führt dazu, dass am Ende Hotels und Kassen leer bleiben. Nach Daten der International Trade Administration sank die Zahl der ausländischen Besucher 2025 um 4,2 Prozent. Das ist der erste Rückgang seit der Covid-Pandemie. Pikant an der ganzen Sache: Weltweit boomt der Tourismus. Die UN-Tourismusorganisation meldet ein Plus von 4 Prozent.
„Die USA sind das einzige große Reiseziel weltweit, bei dem die Ausgaben internationaler Besucher zurückgehen“, zitiert die „Financial Times“ Erik Hansen, den Senior-Vice-President der US-Travel-Association. Und er warnt: „Die Auswirkungen sind enorm“ – rund 11 Millionen Besucher weniger, 50 Milliarden Dollar Einnahmeverlust. „Selbst ein einziger Prozentpunkt weniger bedeutet Milliarden von Dollar und Hunderttausende von Arbeitsplätzen.“
Der Grund? Ganz klar! Die Regierung unter Donald Trump. Einreiseverbote für Besucher aus mehr als einem Dutzend Ländern, ausgesetzte Visa für 75 Staaten wie Brasilien und Thailand. Dazu verschärfte Kontrollen – auch digital. Laut US-Zoll- und Grenzschutz stiegen die Checks von unterschiedlichen Geräten an den Grenzen im vergangenen Jahr um 18 Prozent. Künftig sollen Besucher aus Dutzenden Ländern sogar ihre Social-Media-Aktivitäten der letzten fünf Jahre offenlegen. Die Vorschläge für zusätzlich zu erhebende Daten umfassen unter anderem auch Telefonnummern, die man in den vergangenen fünf Jahren verwendet und E-Mail-Adressen, die man in den vergangenen zehn Jahren benutzt hat. Hinzu kommen ausführliche Informationen über Familienmitglieder, etwa deren Geburtsdaten, Wohn- und Geburtsorte.
An diesem Montag läuft eine Frist ab, bis zu der Einwände und Stellungnahmen zu den vorgeschlagenen Änderungen eingereicht werden können. Danach prüft die US-Behörde die Eingaben und nimmt möglicherweise noch Änderungen vor, bevor das Ganze scharfgestellt wird. Ein genauer Zeithorizont ist nicht absehbar.
Betroffen sind Besucher, die mit dem elektronischen Antrag Esta in die USA einreisen – der gängigen, visumfreien Genehmigung für Touristen und Geschäftsreisende aus mehr als 40 Ländern, die am sogenannten Visa Waiver Program (VWP) teilnehmen. Davon sind auch Touristen aus Deutschland betroffen. Der Aufenthalt in den USA ist damit dann für maximal 90 Tagen erlaubt.
Trumps harte Linie gegen Verbündete und seine Einwanderungsrhetorik schrecken ab. „Die USA verlieren Marktanteile, da die Verbindungen zwischen Reisen und Handel schwächer werden und die Wahrnehmung einer geringeren Offenheit Besucher abschreckt“, schreibt Adam Sacks von Tourism Economics in einem Bericht über Reisetrends im Jahr 2025. „[Es ist] ein Muster, das an die Erfahrungen Großbritanniens nach dem Brexit-Votum erinnert.“
Besonders deutlich ist der Absturz bei den Nachbarn: Kanadier reisen 10,2 Prozent seltener in die USA. Auch Europa und der Nahe Osten wenden sich ab: –3,1 Prozent bzw. –3 Prozent Besucher. Schon allein im März 2025 ging die Zahl an Westeuropäern, die mindestens eine Nacht in den USA verbrachten, im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent zurück. Reisen aus Irland, Norwegen und Deutschland sanken sogar um mehr als 20 Prozent.
Die Folgen treffen die Wirtschaft hart. Hotels leiden dramatisch. Das Analyseunternehmen Costar meldet: Der Umsatz pro verfügbarem Zimmer (ein wichtiger Indikator für das Wachstum in der Branche) fiel erstmals seit dem Pandemie-Hoch. Der Wert ist jeden Monat negativ.
Auch Airlines spüren die Entwicklungen. Europas Fluggesellschaften berichten von schwächeren Nordamerika-Strecken. Lufthansa sieht größere Fragezeichen bei der Nachfrage im Kerngeschäft der Flüge über den Atlantik. Aus europäischer Richtung hat die Kranich-Linie eine gewisse Buchungszurückhaltung gerade bei den günstigeren Tickets für das dritte Quartal 2025 registriert und vermutet einen Zusammenhang zur konfrontativen Politik Trumps. British-Airways-Chef Sean Doyle spricht von einer Delle in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres.
Selbst der Zeichentrick- und Unterhaltungskonzern Disney warnt vor „Gegenwinden bei den internationalen Besuchern“ in US-Parks. Hoffnung ruht auf der Fußball-WM 2026. Doch Analyst Shaun Kelley von der Bank of America erwartet insgesamt eine „schwache“ Nachfrage.
„Die Weltmeisterschaft ist eine Werbeveranstaltung für die Vereinigten Staaten, die von fünf bis sechs Milliarden Menschen weltweit gesehen wird“, sagt Erik Hansen von der US-Travel-Association der „Financial Times“. Und dann der Satz, der hängen bleibt: „Und wenn diese Werbung negativ ist, könnte das Auswirkungen haben, die ein Jahrzehnt anhalten.“
Bild Zeitung
Touristen kehren den USA den Rücken
New York/Washington – Die USA verlieren ihren Glanz als Traumziel: Im ersten Jahr der zweiten Amtszeit von Donald Trump (79) bricht der internationale Reiseverkehr deutlich ein. Abschottung, scharfe Kontrollen an den Grenzen, Zölle – all das führt dazu, dass am Ende Hotels und Kassen leer bleiben. Nach Daten der International Trade Administration sank die Zahl der ausländischen Besucher 2025 um 4,2 Prozent. Das ist der erste Rückgang seit der Covid-Pandemie. Pikant an der ganzen Sache: Weltweit boomt der Tourismus. Die UN-Tourismusorganisation meldet ein Plus von 4 Prozent.
„Die USA sind das einzige große Reiseziel weltweit, bei dem die Ausgaben internationaler Besucher zurückgehen“, zitiert die „Financial Times“ Erik Hansen, den Senior-Vice-President der US-Travel-Association. Und er warnt: „Die Auswirkungen sind enorm“ – rund 11 Millionen Besucher weniger, 50 Milliarden Dollar Einnahmeverlust. „Selbst ein einziger Prozentpunkt weniger bedeutet Milliarden von Dollar und Hunderttausende von Arbeitsplätzen.“
Der Grund? Ganz klar! Die Regierung unter Donald Trump. Einreiseverbote für Besucher aus mehr als einem Dutzend Ländern, ausgesetzte Visa für 75 Staaten wie Brasilien und Thailand. Dazu verschärfte Kontrollen – auch digital. Laut US-Zoll- und Grenzschutz stiegen die Checks von unterschiedlichen Geräten an den Grenzen im vergangenen Jahr um 18 Prozent. Künftig sollen Besucher aus Dutzenden Ländern sogar ihre Social-Media-Aktivitäten der letzten fünf Jahre offenlegen. Die Vorschläge für zusätzlich zu erhebende Daten umfassen unter anderem auch Telefonnummern, die man in den vergangenen fünf Jahren verwendet und E-Mail-Adressen, die man in den vergangenen zehn Jahren benutzt hat. Hinzu kommen ausführliche Informationen über Familienmitglieder, etwa deren Geburtsdaten, Wohn- und Geburtsorte.
An diesem Montag läuft eine Frist ab, bis zu der Einwände und Stellungnahmen zu den vorgeschlagenen Änderungen eingereicht werden können. Danach prüft die US-Behörde die Eingaben und nimmt möglicherweise noch Änderungen vor, bevor das Ganze scharfgestellt wird. Ein genauer Zeithorizont ist nicht absehbar.
Betroffen sind Besucher, die mit dem elektronischen Antrag Esta in die USA einreisen – der gängigen, visumfreien Genehmigung für Touristen und Geschäftsreisende aus mehr als 40 Ländern, die am sogenannten Visa Waiver Program (VWP) teilnehmen. Davon sind auch Touristen aus Deutschland betroffen. Der Aufenthalt in den USA ist damit dann für maximal 90 Tagen erlaubt.
Trumps harte Linie gegen Verbündete und seine Einwanderungsrhetorik schrecken ab. „Die USA verlieren Marktanteile, da die Verbindungen zwischen Reisen und Handel schwächer werden und die Wahrnehmung einer geringeren Offenheit Besucher abschreckt“, schreibt Adam Sacks von Tourism Economics in einem Bericht über Reisetrends im Jahr 2025. „[Es ist] ein Muster, das an die Erfahrungen Großbritanniens nach dem Brexit-Votum erinnert.“
Besonders deutlich ist der Absturz bei den Nachbarn: Kanadier reisen 10,2 Prozent seltener in die USA. Auch Europa und der Nahe Osten wenden sich ab: –3,1 Prozent bzw. –3 Prozent Besucher. Schon allein im März 2025 ging die Zahl an Westeuropäern, die mindestens eine Nacht in den USA verbrachten, im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent zurück. Reisen aus Irland, Norwegen und Deutschland sanken sogar um mehr als 20 Prozent.
Die Folgen treffen die Wirtschaft hart. Hotels leiden dramatisch. Das Analyseunternehmen Costar meldet: Der Umsatz pro verfügbarem Zimmer (ein wichtiger Indikator für das Wachstum in der Branche) fiel erstmals seit dem Pandemie-Hoch. Der Wert ist jeden Monat negativ.
Auch Airlines spüren die Entwicklungen. Europas Fluggesellschaften berichten von schwächeren Nordamerika-Strecken. Lufthansa sieht größere Fragezeichen bei der Nachfrage im Kerngeschäft der Flüge über den Atlantik. Aus europäischer Richtung hat die Kranich-Linie eine gewisse Buchungszurückhaltung gerade bei den günstigeren Tickets für das dritte Quartal 2025 registriert und vermutet einen Zusammenhang zur konfrontativen Politik Trumps. British-Airways-Chef Sean Doyle spricht von einer Delle in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres.
Selbst der Zeichentrick- und Unterhaltungskonzern Disney warnt vor „Gegenwinden bei den internationalen Besuchern“ in US-Parks. Hoffnung ruht auf der Fußball-WM 2026. Doch Analyst Shaun Kelley von der Bank of America erwartet insgesamt eine „schwache“ Nachfrage.
„Die Weltmeisterschaft ist eine Werbeveranstaltung für die Vereinigten Staaten, die von fünf bis sechs Milliarden Menschen weltweit gesehen wird“, sagt Erik Hansen von der US-Travel-Association der „Financial Times“. Und dann der Satz, der hängen bleibt: „Und wenn diese Werbung negativ ist, könnte das Auswirkungen haben, die ein Jahrzehnt anhalten.“
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